23.03.2020
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BASIS bittet den Bürgermeister: Nehmen Sie das Heft des Handelns in die Hand.

Mit einem offenen Brief wendet sich die Sensbilisierungsgruppe „BASIS - Bürger für Eschweiler“ an Bürgermeister Rudi Bertram und fordert, dass Bertram im Zusammenhang mit dem Corona-Virus das Heft des Handelns in die Hand nimmt.

Der Betreff lautet: „Soforthilfen, Überbrückungen, Vorschüsse und sonstige Unterstützungsmöglichkeiten für „coronabedingt“ in Not geratene Eschweiler Gewerbebetriebe, Einzelhändlern, Kleinunternehmer, Gastronomen und vergleichbare (Solo)-Selbstständige.“

 

Der Brief im exakten Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Bertram,

zahlreiche Gespräche mit Eschweiler Gewerbetreibenden, Kleinunternehmern, Gastronomen, Einzelhändlern und vergleichbaren Selbstständigen haben wiederholt die Erkenntnis genährt, dass viele sich in absehbarer Zeit – teilweise bereits kurzfristig -  in tatsächlich prekären Situationen befinden werden, ja die Ängste vor einer Insolvenz bzw. einem völligen Ruin berechtigt sind und Geschäftsschliessungen nicht ausgeschlossen sind.

Mittlerweile werden auf Bundes- und Landesebene und regional durchaus namhafte und beachtliche Hilfspakete politisch angedacht und geschnürt, jedoch sind vor Ort bei den zuständigen Stellen (Hausbanken und Behörden) noch keine konkreten Abläufe beschrieben und die realen Maßnahmen greifen noch nicht.

Dies ist auch vor dem Hintergrund der Komplexität und der Schnelligkeit der wechselnden Situationen und Ereignisse nachvollziehbar.

Jedoch dürfte es auch nachvollziehbar sein, dass sich schon jetzt für manche/viele Betroffene, die „coronabedingt“ ihre Geschäfte vorübergehend für mehrere Wochen schließen müssen und damit absolut keine Einnahmen generieren können, prekäre bis existenzbedrohende Situationen abzeichnen.

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Bertram, vor diesem Hintergrund wenden wir uns mit dem folgenden konkreten Vorschlag an Sie:

Wir bitten Sie, das Heft des Handelns in die Hand zu nehmen.

Wir regen an, bei sich abzeichnenden Regelungen der angedachten Hilfsmaßnahmen und spätestens nach Lockerungen der Kontaktbeschränkungen / vorübergehenden Geschäftsschließungen kurzfristig und proaktiv alle betroffenen lokalen Geschäftsinhaber/Soloselbstständige/Kleinunternehmer/Gastronomen etc. zu einer Info-Veranstaltung  ins Rathaus der Stadt Eschweiler einzuladen, um gezielt alle bis dahin bekannten Hilfsangebote nicht nur zu kommunizieren, sondern möglichst abschließend alle Fragen zu klären und sehr kurzfristig einer Lösung/Umsetzung zuzuführen.

Denkbar wäre, dass Ihre entsprechenden Stellen (Amt für Wirtschaftsförderung, Sozialamt, Jobcenter, lokale Banken und Sparkasse etc.) in einer konzertierten Aktion alle aufkommenden Fragen unmittelbar beantworten und dadurch sehr kurzfristige Hilfe möglich gemacht wird.

Kredite und Stundungen von behördlichen Zahlungen sind dabei nur ein Mittel, werden aber in vielen Fällen nicht greifen, denn bei fehlenden Einnahmen über mehrere Wochen / Monate fehlt es teilweise am nötigsten zum Leben / zur Existenzsicherung.

Von daher werden Zuschüsse/Vorschüsse/Soforthilfen etc. weitere wichtige Bestandteile sein, um die Eschweiler „Mikro-Wirtschaft“ am Leben zu erhalten.

Sollten sich pandemiebedingt noch längere behördliche Beschränkungen des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens abzeichnen, so müssten unseres Erachtens schon während dieser Zeit geeignete Maßnahmen proaktiv gefunden und umgesetzt werden, um Existenzen zu retten.
 
Mit freundlichen Grüßen
Der Vorstand der Sensibilisierungsgruppe BASIS-Bürger für Eschweiler
 
Im Auftrag/In Vertretung:
gez. Holmer (Alex) Milar“

 

Der Brief wurde ungekürzt von der Redaktion veröffentlicht.