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Angemerkt

Eschweiler. Darüber, wie Eschweiler in 10 bis 20 Jahren einmal aussehen soll, gibt es unterschiedliche Ansichten. Auch Bürgerbeteiligungen dazu sind eine schöne Sache, wenn sie in irgendeiner Form Ergebnisse zeitigen. In Sachen Rathaus-Quartier ist unser Leser Thomas Widinsky, Architekt aus Eschweiler, allerdings der Ansicht, dass die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger nicht gerade sinnspendend war. 2009 und 2010 hat es tatsächlich eine recht engagierte Bürgerbeteiligung zum City-Center-Komplex gegeben, mit jeder Menge Workshops über Gestaltungsfragen aller Art. An dem Tag, als der neue Investor auftauchte, sind diese Ansatz-Überlegungen komplett in der Versenkung verschwunden. Die seinerzeitigen Vorstellungen mögen zum Teil vielleicht sehr ambitioniert gewesen sein. Ein Innenstadt-Park zum Beispiel wäre zwar schön gewesen, aber aus Finanzierungssicht ziemlich utopisch. Mit dem, was schließlich im Rahmen des Bebauungsplanes vorgestellt wurde, haben alle ursprünglichen Ideen leider nur noch sehr wenig zu tun. Insofern ist die Ansicht von Herrn Widinsky durchaus teilbar: Wieso führt man Bürgerbeteiligungen durch, wenn am Ende des Tages doch alles für die Katz war? Wenn der willkommene Investor sowieso frei agieren kann, hätte man sich den Aufwand doch sparen können. Einige erinnern sich vielleicht noch an das Langwahn-Gelände. Da gab es anfangs tolle Zeichnungen von Arkaden, in denen man flanieren können sollte. Die Realität bescherte uns schließlich einen eher nüchternen Zweckbau. In das schöne Gefühl, endlich den Schandfleck aus der City rauszuhaben, mischt sich ein kleiner Wermutstropfen. Eine Stadt wie Eschweiler sollte keinesfalls die erarbeiteten Wünsche und Vorstellungen der Bürger so glattbügeln. Paul Santosi