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Effizient und sauber ?

Eschweiler. Die Rolle der Wirtschaftsbetriebe Eschweilers (WBE) ist kaum zu unterschätzen. Von der Grünflächenpflege und Straßenunterhaltung bis zum Kanalbau, der Abfallwirtschaft und Aufgaben der Reinigung. Man erinnere sich etwa an die strengen Winter vor einigen Jahren, als der Winterdienst nicht funktionierte und den Unmut zahlreicher Bürger heraufbeschwor. Daran wird sich Bürgermeister Rudi Bertram, gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender der WBE, nur ungern zurückerinnern.

Die WBE steht nun kurz davor, wieder in die Verwaltung Eschweilers zurückgeholt zu werden. Es geht hauptsächlich um Zahlenspiele, um Umsatzsteuerberechnungen und um Einsparpotentiale. Privatisierungen waren in den späten Neunziger Jahren äußerst modisch und galten als eine Art Allheilmittel für Kommunen mit knappen Kassen. Heutzutage gibt es Erfahrungswerte und man sieht die Lage ein wenig anders: Ein kommunal geführter Betrieb muss nicht zwangsläufig ineffizient und wettbewerbsunfähig sein. Die Strukturförderungsgesellschaft Eschweilers ist ein gutes Beispiel dafür, dass es auch anders geht. Auch in unserer Nachbarstadt Stolberg gab es ein jahrzehntelanges Hin und Her mit etlichen Gutachten, ob technische Dienste nun von einem externen Dienstleister oder doch lieber intern erbracht werden sollen.

Sicher ist das alles kein Wunschkonzert, aber aus Bürgersicht geht es vor allem um drei Dinge: Die Arbeitsplätze der WBE-Mitarbeiter sollten auch zukünftig so sicher wie möglich sein. Umstrukturierungen gleich welcher Art sollten sich am Ende des Monats nicht auf der Rechnung etwa für erhöhte Abfallgebühren bemerkbar machen. Und schließlich stellt sich die Frage, ob die Rekommunalisierung auch Chancen dafür bietet, dass Eschweiler insgesamt einen etwas aufgeräumteren und saubereren Eindruck macht. Und an dieser Stelle gehen die Meinungen am weitesten auseinander. „Eschweiler ist keine schmutzige Stadt“ betonte unser erster Bürger wiederholt. Unachtsamkeit und Verantwortungslosigkeit von Einzelnen lasse sich auch durch den besten Städtereinigungsdienst nicht wettmachen. Paul Santosi