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Eine Internetseite gegen das Vergessen: www.eschweiler-juden.de

Eschweiler. Seit dem Jahr 2008 liegen in Eschweiler Stolpersteine. Diese Gedenksteine, gestiftet von Eschweiler Bürgern, wurden vor den letzten frei gewählten Wohnungen von Opfern des Nationalsozialismus im Straßenpflaster verlegt. Sie sind Teil des größten dezentralen Kunstwerkes, geschaffen von dem Künstler Gunter Demnig und vielen hundert Menschen, die die Geschichte dieser Opfer erforschen. In Eschweiler ist dies die Arbeitsgemeinschaft „Stolpersteine gegen das Vergessen“.

Im Frühjahr 2009 starb Helmuth Kaleß, der zuvor in der AG gemeinsam mit Pfarrer Wolfgang Theiler nach Spuren der Verfolgten und Ermordeten gesucht hatte. Die Arbeit von Helmuth Kaleß führt der Eschweiler Journalist Friedhelm Ebbecke-Bückendorf weiter, der jetzt gemeinsam mit Wolfgang Theiler und dem Webadministrator Peter Toporowski bei Bürgermeister Rudi Bertram die neue Internetseite www.eschweiler-juden.de vorstellte. In aufwändiger Arbeit geht Ebbecke-Bückendorf den Lebensspuren besonders der jüdischen Eschweiler Bürger nach. Seine Internetseite soll den Nachkommen der Eschweiler Juden und allen interessierten Bürgern die Ergebnisse dieser Suche öffentlich zugänglich machen. „Vordringlich war zunächst, dafür zu sorgen, dass die Eschweiler Stolpersteine ins Internet kommen“, erklärt der Journalist. „Es gibt die Erfahrung, dass Juden in aller Welt, die auf der Suche nach ihren ermordeten Vorfahren sind, oft mit dem Suchwort ´Stolpersteine´ im Internet forschen. Bei Menschen, die aus Eschweiler stammen, soll diese Suche nicht ins Leere laufen.“

Drei Hauptteile

Den Stolpersteinen ist jetzt einer der drei Hauptteile gewidmet, verbunden mit dem Hinweis, dass sie nicht nur an Juden, sondern an alle Ofer der Verfolgung durch Nationalsozialisten erinnern. In Eschweiler wurden bislang allerdings nur Gedenksteine für jüdische Opfer verlegt. Im Teil „Stolpersteine“ stellt die Webseite nicht nur die 28 Personen vor, für die bereits Gedenksteine liegen, sondern auch jene fünf, für die Verlegungen geplant sind. Im Hauptteil „Personen“ findet man eine Datenbank, in der die Lebensdaten aller Juden aufgeführt sind, die seit etwa dem Jahr 1800 in Eschweiler und Umgebung gelebt haben. Friedhelm Ebbecke-Bückendorf rechnet damit, dass die bislang 30 Datensätze auf etwa 600 anwachsen werden. Im dritten Teil „Geschichten“ beschreibt der Journalist das Schicksal einiger Menschen und Familien. Auch dieses Kapitel soll noch kräftig wachsen. „Meine Arbeit wäre nicht möglich gewesen ohne die vielen Menschen, die mich bei der Recherche unterstützen“, sagt Ebbecke-Bückendorf. Hierfür dankt er vor allem Pfarrer Wolfgang Theiler, dem Arbeitskreis Familienforschung des Geschichtsvereins unter der Leitung von Claudia Niederhäuser und ebenso der Stadt Eschweiler.