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Leserbrief

Das Stadtbild nachhaltig aufzupolieren. Dazu wurde hier aufgerufen. Frisches Grün in alte Pötte! Plakette dran und Schultern klopfen. Und auch dazu, Plakate von Bildern aus alten Zeiten an die Hauswände der Stadt zu installieren.
 
Ging das alte und bestaunenswerte Innenstadtbild noch aus Investitionen der Bürgerschaft hervor, überlässt man heute einem einzigen Investor die Gestaltung eines ganzen Innenstadtviertels, dem sog. Rathausquartier. Was wird wohl am Lersch-Giebel, wie jetzt am Brosius-Giebel, in 100 Jahren einmal zu sehen sein? Am Ende dann doch das City-Center nebst Karstadt?
 
Damit dies nicht geschieht, müsste ein charaktervolles Rathausquartier entstehen. Eines mit dem sich die Bewohner identifizieren können. Erfahrungsgemäß identifiziert man sich aber vielmehr mit dem, an dem man beteiligt war, und nicht mit dem, was man einfach so vor die Nase gesetzt bekommt. Dazu ist es aber wohl leider jetzt zu spät.
 
Bleibt zu hoffen, dass wenigstens bei der Gestaltung der neuen Indetreppen nebst Rathauskaffee und viel Indegrün, die Bürger frühzeitig und vor allem ernsthaft konkret in ihre Stadtlebensraumplanung mit einbezogen werden.           
 
Thomas Widynski