zurück zur Übersicht

Prinz Patrick I. ist offizieller Narrenherrscher

Eschweiler. Sie gilt neben dem Rosenmontagszug als das Filetstück des indestädtischen Karnevals: die Prinzenproklamation, von Kennern auch neckisch „PriPro“ abgekürzt. In der Tat entsandten die Eschweiler Clubs einmal mehr das Beste, was sie zu bieten haben, zur Proklamation von Prinz Patrick I. und seinem Zerm Michael am vergangenen Samstag in die Dürwisser Festhalle. Mehr als sechs Stunden lang legten Komiteepräsident Norbert Weiland und sein Team der neuen Tollität einen famosen karnevalistischen Budenzauber hin. Ein paar technische Hakler und Verzögerungen im Programmablauf sind bei einer solch großen Veranstaltung nun wirklich kaum vermeidbar und gehören ja fast schon zum guten Ton.

Hervorzuheben sei jedoch, was über all die attraktiven wie athletischen Tanzdarbietungen, die Büttenredner, Mundartbands, die unzähligen Kostümierten und Musiker zur PriPro 2018 in Erinnerung blieb. Da war zunächst die Rivalität des Herrschergespanns in Sachen Fußball-Anhängerschaft. Immer wenn auf der Bühne vom FC oder der Fohlenelf die Rede war, ging ein lautes wie selbstüberzeugtes Raunen durch die Publikumsreihen der jeweiligen Fans. Schön, wie der sportliche Wettbewerb im Rahmen des karnevalistischen Humors die Menschenmengen auch friedlich bewegen kann.

Hochemotional schließlich der Auftritt von Prinzentochter Lilly Nowicki. Zu keinem anderen Moment, vom rauschenden Einzug seiner Tollität in die Festhalle mal abgesehen, sah man die Besucher der PriPro so einträchtig und begeistert applaudieren, wie nach den Gesangseinlagen der jungen Dame. Prinz Patrick I. war beileibe nicht der Einzige, der sich die eine oder andere Träne der Rührung verdrücken musste. Da hat eine vermeintlich Kleine den vermeintlich Großen erneut mal ganz locker im freundlichsten Sinne die Show gestohlen.

Fazit der PriPro 2018: Man kann den Eschweiler Karneval lieben oder man kann ihn nicht mögen. Ignorieren kann man ihn keinesfalls. Er ist und bleibt das traditionelle Erkennungsmerkmal der Stadt und eine kulturelle Identifikations-Marke allererster Güte. Und zwar mit einer Riesenportion Gefühl.