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Prinz Patrick I.: zwischen Redaktion, Gitarre und Fußball

Eschweiler. Eingeweihte wissen, dass man Prinz Patrick I. prima ärgern kann, wenn man seinen Vornamen nicht korrekt in seinem Sinne ausspricht. Aber das will ja auch so richtig niemand, denn seine Tollität bringt immerhin viel Freude und Spaß in die Indestadt, genauso wie er es auf der Kürung im vergangenen Jahr feierlich versprochen hat.

Prinz Patrick I. kennen die meisten hierzulande in seinem Zivilberuf als Redakteur bei der Eschweiler Zeitung, wo er die Geschehnisse in seiner Heimatstadt oft in blumigen Worten kommentiert. Schön, dass er zur Prinzenproklamation in der Dürwisser Festhalle dann zur Abwechslung auch mal Blumen sprechen ließ und ein paar tausend gelbe Tulpen ins Publikum warf. Komiteepräsident Norbert Weiland bezeichnete Patrick I. als durchaus gesprächsfreudigen Zeitgenossen: „Mulle kann er!“. Das ist aber nur eine Seite der Medaille, denn Patrick I. frönt in seiner Freizeit nicht nur dem geschliffenen Wort und seiner lieben Familie, sondern spielt als Gitarrist in einer Band, die dem Schwermetall-Genre zugeneigt ist. Es ist also kein Wunder, wenn der Stimmungs-Song „Mir rocke de Stadt“ aus der aktuellen Prinzen-CD aus seiner höchsteigenen Text- und Klang-Feder stammt. Die Nähe zur Musik erkennt man auch am Design des diesjährigen Damen-Prinzenordens, in Form einer hübsch geschwungenen Note. Und die Sache mit dem Fußball? Hier scheiden sich die Geister zwischen Patrick I. und seinem Zerm Michael, seines Zeichens anerkannter Hardware-Experte bei RWE Power. Der Erstere ist Fohlen-Fan und sein Alter Ego, das ihn durch karnevalistisches Dick und Dünn begleitet, eingeschworener Fußball-Domstädter. Das bietet immer Anlass für viel Spaß und sportlichen Diskurs über sowie unter der Gürtellinie.

Die Neigungen des aktuellen „K-Dreamteams“ müssen ja auch nicht unbedingt deckungsgleich sein. Ihren Job als närrische Botschafter, die zurzeit wirklich an allen Ecken und Enden Eschweilers auftauchen, machen die Beiden seit Wochen richtig gut. Einen tiefen Blick in die Seele des Prinzen durfte man übrigens zweimal auf der Bühne der Dürwisser Festhalle machen, als Tochter Lilly ihren „Papa und Prinzen“ so schön besang, dass dem die Tränen der Rührung entwichen.

Prinz Patrick I. begeht in mancherlei Hinsicht karnevalistisches Neuland. Seine Songs klingen modern und seinen Rosenmontags-Wagen ließ er sich von Schülerinnen und Schülern seiner alten „Penne“, der Bischöflichen Liebfrauenschule, designen. Erstmals hat eine Eschweiler Tollität mit dem YouTube-Videoclip zu „Mir rocke de Stadt“ auch multimediale Pfade beschritten. Das gab es in der Form bislang noch nicht. Man sieht, „Zesammestonn un Freud han“ bedeutet für Prinz Patrick I. die gelungene Kombination aus Alt und Jung, aus Tradition und Moderne.

Text: Paul Santosi / Foto: Wolfgang Simon