22.11.2021
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ADAC gibt Tipps für den Fahrzeug-Winter

Winterreifen, Frostschutz, Autobatterie: Autofahrer sollten die kommenden Herbsttage nutzen, um ihr Fahrzeug fit für den bevorstehenden Winter zu machen. Dazu rät der ADAC in Nordrhein-Westfalen. Der Automobilclub gibt Tipps, wie die Menschen mit ihrem Fahrzeug sicher durch den Winter kommen. „Wer wegen der Klimaveränderungen keinen richtigen Winter mehr erwartet und sein Auto nicht vorbereitet, erlebt eine böse Überraschung, wenn es plötzlich doch richtig kalt und glatt auf den Straßen wird“, sagt Gerd Lehmann, Technikexperte beim ADAC in NRW.

Seit Herbstbeginn sollten die Winterreifen aufgezogen werden, um bei kälteren Temperaturen, Nässe und später Schnee und Eis sicheren Grip zu haben. „Wenn das Wetter plötzlich auf Winter umschlägt, könnte es sein, dass Werkstätten keine zeitnahen Termine mehr haben. Daher sollte man sich, sofern noch nicht erledigt, spätestens jetzt um den Reifenwechsel kümmern“, sagt Lehmann. Wenn sich die Temperaturen der 0-Grad-Marke nähern, Reif- oder Eisglätte beginnt, Schnee, Schneematch dazu kommen, gilt in Deutschland die situative Winterreifenpflicht.

Vor dem Wintereinbruch sollten Autofahrer zudem ihren Kühlerfrostschutz prüfen. Das Frostschutzmittel sollte das Kühlsystem auch bei -25 Grad Celsius vor Eis schützen. Mit einem Prüfgerät an der Tankstelle oder in der Werkstatt lässt sich das schnell kontrollieren. „Eis in der Kühlanlage kann Motorschäden verursachen“, erklärt der ADAC Experte. Für das Wischwasser in der Scheibenwischanlage empfiehlt der ADAC in NRW ein fertiges Gemisch aus Frostschutz und Scheibenreiniger, das Temperaturen von mindestens -15 Grad standhält. Wer sein Auto im Winter abends abstellt, der sollte kurz die Wischanlage laufen lassen, um scharfkantige Streumittel-Reste zu beseitigen. Sonst drohen am nächsten Morgen beim Freikratzen feine Kratzer auf den Scheiben. Wer verhindern möchte, dass die Scheibenwischer nachts einfrieren, kann über Nacht eine Isolationsfolie, Pappe oder einen Korken unter die Wischblätter legen.

Um bei Minusgraden nicht vor zugefrorenen Türen zu stehen, können Tür- und Heckklappengummis mit speziellen Pflegemitteln wie „Gummipflegern“ oder Silikonölen behandeln werden. Das ist aber nicht bei allen Türgummis notwendig. Von dem Einsatz von Vaseline oder Hirschtalg rät der ADAC ab. Türschlösser, die bei älteren Modellen dazu neigen, zuzufrieren, können mit Universalspray oder anderen nicht harzenden Ölen besprüht werden. „Ansonsten hilft ein Türschlossenteiser. Der sollte natürlich außerhalb des Autos aufbewahrt werden“, sagt Lehmann.

Für die meisten Einsätze der ADAC Pannenhilfe sorgen im Winter leere Autobatterien. „Wenn die Batterie schon bei Temperaturen über dem Gefrierpunkt den Anlasser nur noch müde durchdreht, dann sollte sie unbedingt geprüft und, falls nötig, rechtzeitig ersetzt werden“, rät der ADAC Fachmann.

Auch die Akkus von Elektroautos spielen im Winter eine besondere Rolle. Laut ADAC verringert sich die Reichweite je nach Außentemperatur, Einsatzszenario und verbauter Heizungstechnologie im Winter um etwa 10 bis 30 Prozent. Daher empfiehlt der ADAC in NRW Fahrern von Elektroautos, eine Reichweitenreserve für Unvorhergesehenes einzuplanen. Auch das Aufladen des Fahrzeugs kann bei sehr niedrigen Temperaturen länger dauern als im Sommer. „Wer ein E-Auto fährt, kann aber seine Reichweite etwas erhöhen, indem er Winterreifen mit niedrigem Rollwiderstand aufzieht, das Auto im Stand noch am Stromnetz vorheizt und wenn möglich in der Garage abstellt, um ein Auskühlen der Batterie zu verhindern“, erklärt Lehmann. Auch durch eine vorausschauende Fahrweise im Stadt- und Landstraßenverkehr kann Leistung eingespart werden, weil weniger gebremst und beschleunigt werden muss.

Diese Dinge gehören laut ADAC in NRW im Winter ins Auto: Handfeger, Eiskratzer, Decke, Abdeckfolie für die Windschutzscheibe, Ersatz-Scheibenwaschzusatz für den Winter, Ladekabel für das Mobiltelefon (Akkus entleeren sich bei niedrigen Temperaturen schneller), Abschleppseil, Handschuhe und Taschenlampe. Bei Fahrten in alpine Gegenden zusätzlich Schneeketten, Klappspaten und etwas Streusplit.

Redaktion