05.04.2021
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Auf den Zahn gefühlt: Welche Implantate sich am besten für Patienten eignen

Ob durch das Alter, Krankheit oder schlechte Mundhygiene: Viele Menschen müssen im Laufe ihres Lebens auf Zahnimplantate zurückgreifen. „Aufgrund verschiedener Techniken und Materialien kommen allerdings nicht alle Modelle für jeden Patienten infrage“, weiß Dr. Christoph Sliwowski, Implantologe und Leiter der Zahnimplantat-Klinik Düsseldorf im St. Vinzenz-Krankenhaus, und gibt einen ersten Aufschluss darüber, woraus die künstlichen Zahnwurzeln bestehen und wie sie angefertigt werden.

Von Titan bis Keramik
Implantate ersetzen Zähne und schließen entstandene Lücken im Mundraum. Sie sind in der Regel aus drei Komponenten zusammengesetzt: Implantatkörper, -aufbau und sichtbarem Zahnersatz. In den meisten Fällen bestehen Implantatkörper − also die Stützpfeiler für den späteren Zahnersatz − aus körperverträglichem Titan oder Keramik. Dabei wird die Oberfläche dieser angeraut, um schonend mit dem Knochengewebe des Kiefers zu verwachsen und somit eine kurze Einheilungszeit zu gewährleisten. Titan gilt bislang als am verträglichsten, weshalb andere Materialien stets daran gemessen werden. Jedoch stellt beispielsweise Zirkonoxid-Keramik eine Alternative dar, da es durch eine sehr bruchfeste Struktur und hohe Verträglichkeit besticht. „Reines Titan verursacht grundsätzlich keine allergischen Reaktionen und verhält sich biologisch neutral. Somit stellt es grundsätzlich ein gutes Material zur Verträglichkeit im Mundraum dar“, erklärt Dr. Sliwowski. Während Titanimplantate allerdings gräulich durch das Zahnfleisch schimmern können, weist Keramik eine weiße Farbe auf, wodurch es ein natürlicheres Erscheinungsbild erzielt. Zahnersatz aus Zirkonoxid verfügt zudem über eine sehr isolierende Wirkung gegenüber Bakterien, wodurch er einer Periimplantitis vorbeugt, da die Ansiedlung von Bakterien verhindert wird. Allerdings benötigen Keramikimplantate länger, um mit dem Knochen des Kiefers zu verwachsen, und bedürfen in den ersten Tagen nach dem Eingriff – im Gegensatz zu Titan – zusätzlichen Schutz durch eine Schiene.

Moderne Technik
Mittlerweile werden Kronen oder Brücken in den Praxen mittels moderner Computertechnik hergestellt. „Wir nehmen ein Bild der aktuellen Mundsituation auf und können somit eine passgenaue Form erstellen, welche an das Implantat angepasst wird“, so Dr. Sliwowski. Nachdem Ärzte die künstliche Wurzel operativ im Kiefer verankert haben, setzen sie dieser eine Zahnkrone – eine Prothese – auf, um ein natürliches Gesamtbild zu erzielen und den Patienten zu einem neuen Lebensgefühl zu verhelfen. Um dieses beizubehalten, empfiehlt sich großen Wert auf die Pflege der neuen Zähne zu legen. Eine Reinigung nach jeder Mahlzeit, mindestens aber zweimal täglich, sollte in jedem Fall in die eigene Pflegeroutine integriert werden. Vor allem elektrische Zahnbürsten eignen sich für die Implantatpflege besonders gut, da sie bis zu sieben Mal mehr Plaque entfernen. Welche elektrische Variante sich für den jeweiligen Patienten am besten eignet, klärt der behandelnde Zahnarzt individuell auf die Mundsituation angepasst.

Weitere Informationen unter:
www.zahnimplantat-klinik-duesseldorf.de

Redaktion