20.02.2021
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Claudia Moll als Kandidatin für die Bundestagswahl aufgestellt

„Ein leckeres Kölsch und eine Bockwurst hätte ich jetzt lieber“, scherzte Claudia Moll am Freitagabend in der Stadthalle Alsdorf, nachdem sie endlich von ihrer Partei als Kandidatin für die Bundestagswahl im September aufgestellt wurde. Endlich deshalb, so Martin Peters, Unterbezirksvorsitzender der städteregionalen SPD, da es aufgrund der Corona-Pandemie nun nach mehrmaligem Anlauf geklappt hatte, die Kreiswahlkonferenz durchzuführen.

Somit stellte man im Vergleich zu sonst in eher kleinen Rahmen und relativ spät die Kandidatin für die Bundestagswahl auf. Dies sollte die Stimmung nicht trüben, denn Claudia Moll erklärte, als sie ans Mikrofon trat: „Als ich 2017 in den Bundestag eingezogen bin, wurde ich gefragt, ob ich Angst vor der großen Politik in Berlin habe. Nein, habe ich gesagt und nach vier Jahren kann ich Euch sagen: Angst vor der großen Politik habe ich immer noch keine.“ Eher sei es so, dass sie Angst hatte in den vielen Nachtdiensten, in denen sie als Pflegekraft für mehr als 50 teilweise schwerstkranke Menschen verantwortlich war. Das Schlagwort „Pflegenotstand“ war und bleibt gerade in der politischen Sphäre in Berlin ihr großes Steckenpferd, der Grund, wieso sie selbsterklärend dranbleiben will und weiter für die Menschen etwas bewirken will. Dies gilt auch für den Strukturwandel im Rheinischen Revier. Hier sei es wichtig, dass vor Ort Arbeitsplätze verfügbar sind und die Menschen nicht auf der Strecke bleiben.

Es waren Worte einer Pragmatikerin in einer Zeit, die alles andere als gewiss ist. Doch sicher war, dass Claudia Moll, im Gegensatz zu 2017, als einzige Bewerberin keine Kampfkandidatur für ihre Nominierung ausfechten musste. 66 Delegierte der SPD stimmten ab, ob sie Moll wirklich als Kandidaten aufstellen wollen. Bei einer Enthaltung stimmten 65 für die Bewerberin, was aber nicht die einzige Wahl an diesem Abend darstellte.

Wählen musste im zweiten Schritt die sogenannte „Unterbezirksdelegiertenkonferenz“ auch zehn Vertreter für die Landesvertreterversammlung. Letztere wird in ein paar Wochen die Reserveliste der SPD für die Bundestagswahl aufstellen, um die Listenplätze einzelner Kandidaten zu bestimmen.

Die Gratulationen fielen aufgrund des Abstandsgebots zumindest körperlich eher verhalten aus, doch die Freude und der Optimismus mit Claudia Moll eine kämpferische Politikerin aufgestellt zu haben, war groß. Dies zeigte sich bereits, als die Stimmen ausgezählt wurden und man zahlreiche Videobotschaften von verschiedenen Berliner SPD-Spitzen präsentierte, von denen Moll selber im Vorhinein nichts gewusst hatte.

Manuel Hauck