20.02.2021
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Pollenallergie oder Corona? Was Allergiker jetzt wissen sollten

Bei den aktuell steigenden Temperaturen sind bereits Hasel- und Erlenpollen in der Luft. Die Birkenpollen werden in Kürze folgen. Für viele Heuschnupfenpatienten beginnt ein monatelanges Leiden mit Niesreiz, Fließschnupfen und Augenjucken. Die Apotheker in der StädteRegion Aachen beraten auch in diesem Jahr wieder alle Betroffenen, wie sie sich optimal auf die aktuelle Allergiesaison vorbereiten können. Bei Patienten, die erstmals mit ungeklärten Schnupfensymptomen in die Apotheke kommen, unterstützt das pharmazeutische Personal bei der Abklärung, ob vielleicht eine Corona-Infektion hinter den Symptomen steckt. Dann ist Rücksprache mit einem Arzt erforderlich.

Wer schon länger von Heuschnupfen betroffen ist, weiß, wie er sich äußert: Fließschnupfen, verstopfte Nase, Niesen und Augenjucken. Manchmal kommen Husten, Müdigkeit und Kurzatmigkeit hinzu. Vor allem, wenn man zum ersten Mal auf Pollen reagiert und nicht mit den Beschwerden rechnet, stellt sich die Frage, ob es sich um eine Allergie oder eine Corona-Infektion handelt.

Pollenallergie oder Corona
„Ganz klare Unterscheidungsmerkmale sind vor allem auftretendes Fieber und Gliederschmerzen, die nicht für eine saisonale Allergie sprechen“, erklärt Martin Katzenbach, Pressesprecher der Apotheker in der StädteRegion Aachen, ebenso wie ein plötzlich auftretender Geruchs- oder Geschmacksverlust. Bei Covid-19 kann es zu Schmerzen von Muskeln, Gelenken, Hals und Kopf kommen. Manchmal auch zu Durchfall, Übelkeit und Erbrechen. All diese Symptome treten nicht bei einer saisonalen Allergie auf.

Wer sich unsicher ist, sollte sich telefonisch an den Hausarzt wenden oder bei Verdacht auf Covid-19 die Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes wählen: 116 117.

Die Apotheker in der StädteRegion Aachen raten Allergikern dazu, sich rechtzeitig auf die aktuelle Saison vorzubereiten und den professionellen Rat in der Apotheke einzuholen.

Auf Akutfall vorbereitet sein
Allergiker sollten dafür sorgen, dass Mittel greifbar sind, die im Akutfall helfen. „Dazu gehören insbesondere sogenannte Antihistaminika, die es in Apotheken in Form von Tabletten, als Nasensprays und Augentropfen gibt. Sie bremsen den körpereigenen Botenstoff Histamin, der die allergischen Symptome entscheidend mit auslöst“, erläutert Apotheker Martin Katzenbach.

Einige Mittel brauchen zehn bis 14 Tage, bis sich ihre Wirkung voll entfaltet. Mit dem Einsatz dieser Präparate sollte deshalb rechtzeitig begonnen werden. Mögliche Nebenwirkungen wie Müdigkeit und Einschränkung des Reaktionsvermögens, insbesondere beim Autofahren, sind zu berücksichtigen.

„Wir beraten unsere Patienten dazu am liebsten individuell. Denn jeder ist unterschiedlich betroffen. Nur im persönlichen Beratungsgespräch können wir gezielt ermitteln, welche Maßnahme im Einzelfall am besten geeignet ist und welche Wechsel- und Nebenwirkungen auftreten können“, betont Martin Katzenbach. Bei einer starken Verschlimmerung oder Veränderung der Symptome sollte immer ein Arzt aufgesucht werden.

Schutz vor Asthma
Auch die beste Therapie gegen Heuschnupfen kann leider nicht vor einem sogenannten „Etagenwechsel“ schützen. Die Allergie „wandert“ dann von den Augen über die oberen Atemwege in die Lunge und Bronchien und löst dort Asthma aus. Wer dieses Risiko so weit wie möglich ausschließen möchte, sollte sich bei seinem Arzt nach einer spezifischen Immuntherapie (SIT) erkundigen.

Bei der SIT bekommt der Patient etwa drei Jahre lang Allergieauslöser als Tabletten oder in Form von Spritzen unter die Haut. Ziel ist es, dass sich das Immunsystem langsam an die Pollen gewöhnt und am Ende nicht mehr allergisch reagiert.

Auch vorbeugend kann man einiges gegen die Pollen tun
Allergiker sollten Kleidung nicht im Schlafzimmer wechseln. So kann vermieden werden, dass an der Wäsche haftende Pollen aufgewirbelt werden und zu nächtlichen Allergieschüben führen. Wer möglichst unbelastet von Pollen ins Bett gehen möchte, sollte abends die Haare waschen, damit an den Haaren haftende Pollen die Allergie nicht im Bett verstärken.

Es ist ratsam, die Wohnung nur in den Zeiten zu lüften, wenn möglichst wenige Pollen fliegen: In Städten sollten die Fenster daher am besten in den frühen Morgenstunden geöffnet werden, auf dem Land hingegen am späten Abend. Nach einem Regenschauer ist die Luft besonders rein, da feuchte Pollen schlechter fliegen können. „Eine qualifizierte Gesundheitsberatung sowie weitere Tipps und Tricks zum Thema Pollen gibt es in der Apotheke vor Ort", schließt Martin Katzenbach.

Redaktion