02.08.2022
1 Foto

ADAC-Tipps für Erstklässler: „Lieber Fußweg statt Elterntaxi“

Mehr als 170.000 Mädchen und Jungen gehen in Nordrhein-Westfalen ab dem 10. und 11. August zum ersten Mal zur Schule. Eltern von Schulanfängern sollten die letzten Tage der Sommerferien nutzen, um den neuen Weg zur Schule mit ihren Kindern zu üben. Dazu rät wieder der ADAC in NRW. „Am besten laufen Eltern den Schulweg mit ihren Kindern mehrfach unter realen Bedingungen ab – also werktags am Morgen und am Mittag“, sagt ADAC Mobilitätsexperte Prof. Dr. Roman Suthold.

Dabei sollten sich Eltern mit Erstklässlern ausreichend Zeit nehmen und besonders Gefahrenstellen an Kreuzungen oder Straßenüberquerungen ausführlich besprechen. Der ADAC in NRW empfiehlt, die Kindern vor den Gefahren nicht unnötig zu verängstigen, sondern sie einfühlsam mit der Situation vertraut zu machen. „Wichtig ist, dass Eltern ihre Kinder nicht ständig ermahnen und meckern, sondern loben, wenn sie etwas richtig gemacht haben“, rät Suthold.

Bei der Wahl des Schulwegs sollten Eltern laut ADAC unbedingt eine Strecke mit möglichst wenig Gefahrenstellen aussuchen, auch dann, wenn die Kinder dadurch einen kleinen Umweg nehmen müssen. „Nicht immer ist der kürzeste Weg auch der sicherste“, weiß Suthold. Außerdem wichtig: Für den Schulweg immer genug Zeit einplanen, damit das Kind nicht unnötig in Stress gerät. „Unter Zeitdruck lässt die Aufmerksamkeit nach und das Unfallrisiko steigt“, mahnt der ADAC Experte.

Auch die Sichtbarkeit auf dem Schulweg ist wichtig: Zum Schulstart ist es im Spätsommer am Morgen zwar noch hell, dennoch können zum Beispiel Nebel oder Regen für schlechte Sichtverhältnisse sorgen. Mit Reflektoren am Schulranzen und der Kleidung oder einer Sicherheitsweste sind Kinder auch bei schlechter Sicht bis zu 140 Meter weit zu erkennen. Zum Vergleich: In dunkler Kleidung werden Kinder erst ab einer Entfernung von 25 Metern wahrgenommen.

Wenn die neuen Schüler einen Teil oder den gesamten Weg mit dem Schulbus oder öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen, rät der ADAC in NRW, auch diese Wege vorher mit dem Kind zu trainieren.

Bei regelmäßig überfüllten Bussen empfiehlt der ADAC den Einsatz zusätzlicher Fahrzeuge und bedarfsorientierte Busangebote. Auch Kooperationen mit privaten Reisebusunternehmen können eine Option sein. Niemals sollten im Bus mehr Kinder befördert werden als Sitz- und Stehplätze zugelassen sind. Außerdem müssen Schulbusse in technisch einwandfreiem Zustand sein. „Busse mit Defekten, zum Beispiel an Lenkung, Bremsen oder Reifen gefährden die Verkehrssicherheit erheblich. Nicht betriebssichere Fahrzeuge müssen aus dem Verkehr gezogen werden“, mahnt ADAC Experte Suthold. Auch Schulbusse unterliegen der allgemeinen TÜV-Pflicht. Grundsätzlich gehören Schulbusse aber zu den sichersten Verkehrsmitteln.

Fußweg statt Elterntaxi
Vom Elterntaxi bis vor das Schultor rät der Mobilitätsclub ab: „Durch Elterntaxis entstehen vor den Schulen häufig chaotische und gefährliche Situationen“, erklärt ADAC Experte Suthold. „Gleichzeitig bekommen die Kinder als passive Teilnehmer auf der Rückbank kein Gespür für den Straßenverkehr und seine Gefahren.“

Studien zufolge hat der tägliche Fußweg zur Schule außerdem positive Auswirkungen auf die Konzentrationsfähigkeit im Unterricht, die körperliche Fitness und das Sozialverhalten der Kinder durch einen gemeinsamen Weg mit anderen Schülern.

Weitere Informationen und Tipps bietet der „ADAC Schulweg-Ratgeber“. Die kostenlose Broschüre ist NRW-weit in allen ADAC-Centern und -Geschäftsstellen erhältlich. Sie steht zudem online als Download bereit: zum ADAC Schulweg-Ratgeber.

Redaktion