19.08.2022
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(K)Ein Wohnraum auf Fuchs-Areal? Positive Zeichen für neue Feuerwache

Handelt es sich um eine falsche Hoffnung, die nachher nur enttäuscht werden kann? Der Wunsch, rund um das ehemalige Fuchs-Gelände überwiegend Wohnraum zu errichten, scheint mehr als fraglich.

Das Areal südlich der A4, zwischen der Autobahn und der Straße Dreiers Gärten, ist mit 13,2 Hektar mehr als dreimal so groß wie die Brache, die zum Marktquartier (ca. 3,9 Hektar) werden soll. Es gehört mehreren Eigentümern.

Eigentümer-Wechsel
Nun hat das ehemalige Wenzel & Weidmann-Grundstück (rund 3,8.Hektar) den Besitzer gewechselt. EurAsia Finance GmbH, Mehrheitsbeteiliger der KapTur Immobilien GmbH, hat ein Puzzlestück des Areals von Fuchs Lubricants Germany erworben. Als Makler tritt die Optima Consulting GmbH auf, die in einer Mitteilung erwartungsfroh verkündet, auf dem 13 Hektar großen Areal überwiegend Wohnraum zu errichten. Dafür müsste dieser eine Investor jedoch noch die Grundstücke von den anderen Eigentümern erwerben. Eine weitere Fläche, die der ehemaligen Lack-Chemiefabrik Merckens, hat bereits vor Monaten den Besitzer gewechselt.

Schwere Bedingungen
Als die FPD-Fraktion im Frühjahr 2021 zu der Zukunft des Grundstücks bei der Stadtverwaltung eine Anfrage stellte, schloss Bürgermeisterin Nadine Leonhardt, Wohnbebauung auf dem Areal kategorisch aus. Als Grund nannte sie zum einen die vorhandenen Altlasten des Bodens durch die ehemalige Industrie. Zum anderen sei neue Wohnbebauung aufgrund der Nähe zur A4 und des damit verbundenen Lärmpegels kaum umsetzbar. Dies bestätigt auch Tom Krause, Architekt und Fachmann mit jahrzehntelanger Erfahrung. Zudem schließt die aktuelle rechtliche Situation Wohnbebauung aus. Das Areal ist laut Flächennutzungsplan einer gewerblichen Nutzung zuzuführen. Dieser Plan müsste zunächst nach einem Vorschlag durch die Verwaltung von der Politik geändert werden.

Nun doch Wohnbebauung?
Dass die Bürgermeisterin im letzten Jahr gegenüber der FDP-Fraktion Wohnbebauung ausschloss, widerspricht den Ausführungen vom Technischen Beigeordneten Hermann Gödde. Dieser berichtet, dass er bereits vor Beginn der Corona-Pandemie mit allen Eigentümern zusammengesessen hätte und man sich darauf geeinigt hätte, den Fokus auf Wohnbebauung zu setzen. Er betont jedoch, dass das 13 Hektar große Areal als Ganzes gesehen werden müsse. Dies sei mit einer Landesförderung bereits geschehen, denn das Programm „Bau.Land.Partner“ von NRW.Urban (NRW.Bank) hatte zwischen 2018 und 2020 ein Konzept entwickelt. NRW.Urban ist als landeseigene Entwicklungsgesellschaft Partner für Gemeinden bei der Flächenentwicklung. Diese sieht jedoch eine Mischung aus Grünflächen, Wohnen, Gewerbe und Kleingärten vor. Gödde beabsichtigt, alle Eigentümer in ein Boot zu holen, um das gesamte Gelände städtebaulich gemeinsam zu entwickeln.

Unklar ist wegen der Altlasten und des Autobahnlärms, in welchem Umfang Wohnbebauung überhaupt zulässig ist. Gödde kann keine konkrete Zahl an Wohneinheiten nennen. Er gibt zu bedenken, dass die Flächen des Fuchs-Geländes in Richtung Autobahn versiegelt werden müssen. Diesen Bereich bezeichnet er als interessanten Standort für die neue Hauptfeuerwache. Laut dem Technischen Beigeordneten stehen die Eigentümer der entsprechenden Flächen diesem Vorhaben positiv gegenüber. Damit wird die Hoffnung genährt, dass die hauptamtliche Feuerwehr einen größeren Standort erhält, den sie seit Jahren anstrebt, da die Wache am Florianweg beengt geworden ist und Rettungszeiten durch die Bahnschranken am Langwahn nicht optimal erfüllt.

Politik muss sich entscheiden
Entscheidend für das weitere Vorgehen ist, wie die Flächen genutzt werden können. Hermann Gödde hat ein gutes Bauchgefühl, das komplette Areal nun zum Thema für die Politik zu machen. Im September wird NRW.Urban einen Vortrag im Bauausschuss halten und die Fraktionen können konkreter über die Zukunft des Geländes debattieren. Je nach Ausrichtung wird eine Änderung des Flächennutzungsplans unumgänglich.

Manuel Hauck