08.01.2022
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Landschaftsverband fördert Kulturprojekte in der StädteRegion mit 113.000 Euro

Der Landschaftsverband Rheinland fördert in diesem Jahr 106 Kulturprojekte in den rheinischen Städten und Kreisen mit rund 6,2 Millionen Euro. Auch in der StädteRegion Aachen werden vier kulturelle Projekte in Stolberg, in der Eifel und in Aachen mit einer Summe von 113.000 Euro unterstützt. Die finanzielle Unterstützung wird den Projekten frische Impulse geben, die sowohl den Kunstschaffenden und Verantwortlichen als auch den Bürger:innen zugutekommen. „Ich freue mich, dass auch bei uns in der StädteRegion Aachen vier besondere Projekte durch den LVR gefördert werden“, sagt Städteregionsrat Dr. Tim Grüttemeier. „Dabei werden verschiedene Aspekte zu Herausforderungen, die uns immer präsenter im Alltag begegnen, thematisiert. Die Projekte greifen Probleme wie Klimaerwärmung oder Fragen zu unserem heutigen Gesellschafts- und Kulturverständnis auf.“

Kirchenorgel Schevenhütte
Ein Projekt widmet sich einer historischen Kirchenorgel, die im Jahre 1853 von den Gebrüdern Kalscheuer erbaut wurde. Sie fand ihren Standort in der ersten Kirche der Pfarre im Stolberger Ortsteil Schevenhütte. Anschließend wurde sie in die heutige katholische Kirche St. Josef übernommen, die in den Jahren 1888 bis 1889 errichtet wurde. Zum jetzigen Zeitpunkt befindet sich das Musikinstrument in einem katastrophalen Zustand, ist nicht nutzbar und wird ohne gründliche Restaurierung in absehbarer Zeit endgültig verfallen. Mit der Unterstützung des LVR soll das historisch wertvolle Instrument vor der vollständigen Unbrauchbarkeit bewahrt und restauriert werden. Die Orgel soll künftig dauerhaft wieder in seiner alten Klangfülle genutzt werden. Seinen Einsatz findet das restaurierte Instrument beim Gemeindegesang in den Gottesdiensten, bei der Begleitung des Kirchenchores, bei Orgelsolomessen sowie als Orgelpositiv bei Kirchenkonzerten mit Orchester.

Kreuz der Verlobten 
Des Weiteren soll die Geschichte um das „Kreuz der Verlobten“ vertont werden. Diese Erzählung basiert auf einer wahren Begebenheit, nach der zwei Verlobte im Jahr 1871 durch das Hohe Venn gingen, um die Papiere für ihre Hochzeit zu besorgen. Sie gerieten jedoch in einen Schneesturm und kamen darin ums Leben. An dieses Geschehnis erinnert das „Kreuz der Verlobten“ in der Nähe von Baraque Michel. Besuchenden, Touristen und Personen auf Wanderung in der Eifel wird diese Geschichte gerne erzählt und hat dort inzwischen einen Kultstatus erreicht. Vertont wurde sie bislang jedoch noch nicht. Im Rahmen des Projektes soll dies nun geschehen, indem neue Kompositionen für die Viola d’amore, die Liebesgeige, kreiert werden. Mit dem feinen Klang des ehemals beliebten, fast gänzlich verschwundenen Musikinstruments passt sie hervorragend in die schönen und eher kleinen Kirchen in der Eifel.

Kulturentwicklung Stolberg
Die Erstellung eines Kulturentwicklungskonzeptes für die Stadt Stolberg stellt das dritte Projekt dar. In diesem sollen die Ansätze aus den vorliegenden Tourismuskonzepten im Hinblick auf die weitere Profilierung des kulturellen Angebots berücksichtigt werden und in dieses einfließen. Ziel des erstellten „Kulturentwicklungskonzeptes 2030“ ist es, künftig den Stellenwert des kulturellen Lebens zu erhöhen, das kulturelle Bewusstsein zu wecken und die Identität und Identifikation mit dem Kulturprogramm und der Stadt selbst zu stärken.

„Arisierungen“
Außerdem soll das wissenschaftliche Projekt „,Arisierungen‘ durch die Stadt Aachen während der Zeit des Nationalsozialismus“ durch den LVR gefördert werden. Es handelt sich um ein Verbundprojekt der Stadt Aachen mit dem Lehrstuhl für Geschichte der Neuzeit vom 19. bis zum 21. Jahrhundert. Die Übernahme des jüdischen Grundbesitzes durch die Stadt Aachen zwischen 1933 und 1945 soll im Rahmen dessen erforscht werden.

Die gesamten Projekte werden im Rahmen der finanziellen Unterstützung kultureller Identität des Rheinlands vom LVR finanziert. Darunter fallen unter anderem Maßnahmen des Denkmalschutzes, der Archäologie oder der Bildung und Vermittlung. Der LVR versteht sich somit als möglichmachende Instanz, die aktiv zur Erweiterung der kulturellen Landschaft des Rheinlands beiträgt.

Redaktion