10.01.2022
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Mahnwache warnt bei Protestspaziergang vor Vereinnahmung

Protest und Gegenprotest – während es in anderen deutschen Städten bereits zu gewaltsamen Aktionen kam, blieb Eschweiler davon auch am Sonntag verschont, als Kritiker der Corona-Politik den zweiten Protestspaziergang starteten. Eine Woche zuvor hatte die erste Auflage stattgefunden, ohne dass man diese bei den Behörden angemeldet hatte, sodass ein Strafverfahren seitens der Polizei eingeleitet wurde. Um dies beim zweiten Protestspaziergang zu verhindern, wurde dieser als Versammlung angemeldet.

Bereits in den Tagen zuvor zeichnete sich ab, dass es auch eine Gegenaktion geben wird. Diese bildete sich, weil man ein Zeichen gegen die Alternative für Deutschland, die sowohl den ersten als auch den zweiten Protestspaziergang auf ihren Online-Kanälen angekündigt hatte, setzen wollte. Unter dem Motto „Mit Nazis spaziert man nicht“ und „Mitdenken statt querdenken“ warnten die Organisatoren in Form einer Mahnwache davor, dass sich die Protestteilnehmer von der AfD instrumentalisieren lassen würden.

Die Mahnwache fand ebenfalls nach behördlicher Anmeldung – mit überparteilicher Beteiligung von CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke und FDP sowie weiteren Bürgern – auf dem Marktplatz statt. Dorthin führte der vom Talbahnhof startende Protestspaziergang.

Zu gewaltsamen Aktionen kam es beim Zusammentreffen der beiden Gruppen nicht. Nach Auskunft der Polizei nahmen rund 100 Personen an dem Protestspaziergang und 50 Personen an der Mahnwache teil. Beide Aktionen verliefen aus polizeilicher Sicht völlig störungsfrei.

Manuel Hauck