21.09.2022
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Schutzplan gegen Hochwasser: Mehr Raum für die Inde

Unmittelbar nach der Flut-Katastrophe war man sich einig, dass sowohl der Wiederaufbau angepackt werden muss, als auch die Städte besser gegen Flutereignisse gewappnet sein sollten.

Der Wasserverband Eifel-Rur (WVER) hat in den vergangenen Monaten mehrfach aktuelle Zwischenstände präsentiert, die sich auf den Hochwasserschutz der Zukunft beziehen. Vergangene Woche stand der Verband interessierten Bürgern im Rathaus Rede und Antwort, um den Masterplan Hochwasserschutz endgültig vorzustellen. Dieser wurde in Zusammenarbeit mit betroffenen Städten und Experten erarbeitet.

Die rund 50 Maßnahmen auf Eschweiler Stadtgebiet sind jedoch vorläufig, da sie zum einen Vorschläge sind und der Schutzplan zum anderen stetig weiterentwickelt werden soll. So ist zum Beispiel beabsichtigt, dass die Inde in West mehr Platz erhält, indem hier das Erdreich der Böschungen abgetragen wird. Auch an anderen Stellen wie am Drieschplatz oder in Nothberg könnte das Flussbett aufgeweitet werden. Darüber hinaus sind bauliche Maßnahmen denkbar, beispielsweise in der Innenstadt: Ein Bypass der Inde als unterirdischer Kanal oder die Reduzierung der Fahrspuren und die Absenkung der Indestraße.

Die Maßnahmenvorschläge sollen, so betont es der WVER, in Rücksprache mit verschiedenen Akteuren wie Grundstückseigentümern bearbeitet werden. Im Internet kann man sich über den Schutzplan umfangreich informieren: zum Hochwasserschutzplan.

 

Big Bags in Weisweiler entfernt

Nach dem Hochwasser vom Juli des letzten Jahres wurden hinter dem Hochwasserschutzdeich in Weisweiler an der Straße Auf dem Driesch Big Bags als zweite Schutzlinie aufgebaut. Dabei handelt es sich um sehr große und schwere, mit Sand gefüllte Säcke. Bei dem Hochwasser war der Deich überströmt worden. Der eigentliche Erddeich geht in eine Hochwassermauer über. An der Übergangsstelle war zudem eine Lücke entstanden. Durch die Regenfälle wurde der Deich darüber hinaus durchnässt. Da etwa eine Woche nach dem Hochwasser erneut starke Regenfälle angesagt wurden, ließ der Wasserverband Eifel-Rur die Big Bags als zweite Verteidigungslinie aufstellen. Zu dieser Zeit konnte nämlich nicht sichergestellt werden, dass der durchweichte Deich einem weiteren Hochwasser Stand halten würde. Der Deich wurde inzwischen begutachtet und es wurden keine Mängel festgestellt. Deswegen wurden die Big Bags nun entfernt. Zugleich wird die Fehlstelle am Übergang vom Erddeich zur Mauer wieder Instand gesetzt.

 

Manuel Hauck