21.11.2022
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Pressemitteilung

Pressemitteilung der CDU-Fraktion zu Defibrillatoren in der Stadt

Die CDU-Fraktion schreibt eine Pressemitteilung zu Defibrillatoren im Stadtgebiet Eschweiler.

Antrag: Beschaffung von lebensrettenden Defibrillatoren im Stadtgebiet Eschweiler

Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin Leonhardt,

die CDU-Fraktion beantragt, in einem überschaubaren Zeitraum möglichst flächendeckend automatische externe Defibrillatoren (AED) im Eschweiler Stadtgebiet vorzuhalten.

In einem ersten Schritt würde sich das Einbringen von AED-Geräten im Bereich der Fußgängerzonen und am Markt anbieten.

Die Geräte sollen so installiert werden, dass sie vom jeweiligen Standpunkt der Betroffenen aus in kürzester Zeit zu erreichen sind.

Von Seiten der Stadt Eschweiler sollte im ersten Ansatz die o.a. Grundversorgung in der Innenstadt sichergestellt werden und ein Gerätestandard definiert werden.

Über Sponsoring, private Initiativen und Gerätepatenschaften kann dann eine zukünftige weitere Ausdehnung und Verdichtung des Versorgungsnetzwerks erreicht werden.

Begründung:
Laut Angaben der deutschen Herzstiftung stellt der plötzliche Herztod (PHT) in der modernen westlichen Gesellschaft die häufigste tödliche Erscheinungsform einer Herzerkrankung dar. Trotz allgemein gesunkener Sterblichkeit im Zusammenhang mit kardiovaskulären Erkrankungen sterben in Deutschland 100.000 bis 200.000 Menschen pro Jahr am PHT.

Der plötzliche Herztod kommt für die nicht vorerkrankten Betroffenen völlig unerwartet. Er kann sie überall treffen: zu Hause, bei der Arbeit, beim Sport oder beim Bummel durch die Fußgängerzone.

Mit jeder Minute, in welcher keine Reanimation an einer Person ohne eigene Atmung durchgeführt wird, sinkt die Überlebenschance um 10 %. Schon nach vier Minuten beginnen Gehirnzellen abzusterben. Rasches Handeln hat daher im Ernstfall höchste Priorität.

Neben der klassischen Reanimation durch Herzdruckmassage und Beatmung ist eine früh angebrachte Defibrillation mit einem automatischen externen Defibrillator (AED) das geeignete Mittel, das Herzkammerflimmern zu beenden. Je früher eine Defibrillation als Ergänzung der klassischen „Herz/Lungenwiederbelebung“ erfolgt, desto besser ist die Überlebensrate und Prognose der Betroffenen.

Kosten:
Marken-AED-Geräte können mittlerweile schon für knapp unter eintausend Euro über den Einzelhandel bezogen werden, was für das einfache und ausgereifte Bedienkonzept spricht. Bei entsprechender Abgabemenge dürften aber auch beim örtlichen Medizinfachhandel entsprechende Preise erreicht werden. Der Fachhandel bietet hier auch Service der Geräte an, stellt bei erforderlichen Reparaturen Ersatz zu Verfügung und führt die regelmäßigen Sicherheitsüberprüfungen durch. Ein Teil der anfallenden laufenden Kosten kann zudem auch durch Gerätepatenschaften und durch Sponsoring gedeckt werden.

Partnerschaften:
Unter dem Slogan „Herzsicher“ unterstützt zum Beispiel die Björn-Steiger-Stiftung Kommunen und Landkreise beim Aufbau einer flächigen AED-Versorgung (www.steiger-stiftung.de/aed).

Auch die in Eschweiler ansässigen Rettungsdienstorganisationen (DRK, JUH, MHD) bieten Beschulungsmaßnahmen für AED-Geräte an. Eine Einweisung an AED-Geräten erfolgt inzwischen auch im Rahmen der Erste-Hilfe-Kurse zum Führerscheinerwerb.

Diebstahl/ Vandalismus:
Gerne werden Diebstahl und Vandalismus als „Totschlagargument“ gegen die Installation von AED-Geräten im öffentlichen Raum ins Feld geführt.

Wie bei allen öffentlichen Einrichtungen lässt sich auch hier Vandalismus und Diebstahl nicht in Gänze verhindern. Eine gute Abschreckung stellen hier vandalensichere und alarmbewehrte Behältnisse dar, die auch mittels Kameratechnik überwacht werden können. Gehärtete Wandschränke bieten zudem Beleuchtung und eine Online-Überwachungsfunktion des darin befindlichen AED-Geräts.

Ferner kann mittels mehrsprachiger Beschilderung eine Abschreckung von potentiellen Vandalen und Dieben erfolgen und eine hohe Zivilcourage zum Schutz der Geräte erreicht werden. Slogans auf diesen Schildern könnten zum Beispiel lauten:

„Dieses Gerät kann Leben retten, auch Deins!“

In diesem Sinne bitten wir freundlich um Prüfung und Einbringung dieses Antrags in den Rat.

Als Ansprechpartner für Rückfragen zum Projekt steht Ihnen der stellvertretende SkB Oliver Wald zur Verfügung (E-Mail: post@oliver-wald.de).

Mit freundlichen Grüßen

Wilfried Berndt (Fraktionsvorsitzender)

Oliver Wald (Sachkundiger Bürger)