09.01.2022
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So gelingt die Umsetzung guter Vorsätze

Mehr Struktur im Alltag und Zeit für die Liebsten, weniger Süßigkeiten oder der komplette Verzicht auf Zigaretten? Wie auch immer die guten Vorsätze fürs neue Jahr aussehen, spätestens Ende Januar stellt sich die Frage: Wie erfolgreich konnte ich diese bisher umsetzen und was kann ich tun, um an dem Vorhaben dauerhaft festzuhalten? „Der Mensch ist ein Gewohnheitstier“, erklärt Theresa Heyn, Ordnungs- und Organisationscoach und Gründerin sowie Inhaberin von Heyn Home Edit. „Um Verhaltensmuster zu ändern, bedarf es Willen und Durchhaltevermögen in den entscheidenden Situationen. Gute Vorsätze scheitern oft, weil sie nicht zur Gewohnheit gemacht werden.“ Wer hingegen die neuen Bestrebungen im Kopf behält und diese strukturiert in den Alltag integriert, schafft den wichtigsten Schritt in Richtung neuer Routine.

Alles zu seiner Zeit

Nachdem die Vorfreude auf ein spannendes neues Jahr häufig schon kurz nach Silvester abflacht und der anfängliche Aktionismus stetig abnimmt, startet die heiße Phase. Um nicht vom Weg abzukommen, stellt Ehrgeiz bei jedem Vorsatz eine der wichtigsten Eigenschaften dar. Viele schieben ein Scheitern auf unzureichende Motivation, dabei ist Willenskraft wie ein wichtiger Muskel, der trainiert werden kann – und das braucht Zeit. Aus diesem Grund bestimmen kleine Etappenziele den anfänglichen Fahrplan. „Da eine direkte Überforderung schnell abschreckend und erdrückend wirkt, helfen kleine Aufgabenbereiche in den Rhythmus zu kommen“, weiß Ordnungs- und Organisationscoach Theresa Heyn. So stellt beispielsweise der Gedanke, in allen Wohnräumen gleichzeitig mehr Struktur zu bilden eine oftmals schwer zu bewältigende Herausforderung dar. Werden Zimmer hingegen einzeln und mit zeitlichem Abstand in Angriff genommen, fällt das Projekt deutlich leichter. Gleichzeitig hilft ein minimalistischer Lebensstil dabei, Ordnung im Haushalt zu schaffen, schließlich bedeutet weniger Inventar weniger Arbeit. „Wer nur die Sachen behält, die einem am Herzen liegen, hat in der Zukunft weniger zu tun“, betont die Expertin.

Das Ziel vor Augen

Darüber hinaus lohnt es sich, für alle Vorsätze konkrete Ziele zu formulieren. Allein der Gedanke, mehr Zeit für die Liebsten haben zu wollen oder klare Strukturen und Ordnung im Zuhause zu schaffen, reicht nicht aus, sofern der Weg zur Erfüllung des Wunsches nicht klar ist. Vielmehr benötigt es eine genaue und vor allem zeitliche Vorstellung, wann Freiräume geschaffen werden können und wie dies gelingt. Hierbei gilt es aus den Vorsätzen konkrete Abläufe zu formulieren: So sollte bis zu einem definierten Zeitpunkt, etwa bis Monatsende oder Ostern, ein erster Erfolg zu verzeichnen sein. „Bei der Umsetzung hilft ein Tagebuch, das den Fortschritt kontinuierlich dokumentiert und veranschaulicht“, empfiehlt der Organisationscoach.

Teamwork makes the dream work

Ganz gleich, welche Ziele es zu erreichen gibt – Belohnungen gehören zu den schönsten Bestätigungen, etwas richtig gemacht zu haben. Sie fördern die Motivation und helfen dabei, am Ball zu bleiben. Wer einen Etappensieg erzielen konnte, sollte sich deshalb auf eine selbstgeschaffene Anerkennung freuen. Um seinen Vorsätzen treu zu bleiben, bietet sich beispielsweise eine Auszeit mit der Familie oder ein Festmahl an. „Ich empfehle zudem, sich Verbündete zu suchen, die ebenfalls fest definierte Vorsätze haben, und gemeinsam an einem Strang ziehen“, so Theresa Heyn. „Ein regelmäßiger Austausch hilft nicht nur beim Aufdecken potenzieller Fehler und Hindernisse, sondern spornt vor allem an. Denn letztlich möchte niemand als derjenige dastehen, der vorzeitig das Handtuch wirft.“

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Redaktion