Ein Tag voller Brauchtum und Shopping-Erlebnisse
Eschweiler. Wenn in der Indestadt mit dem „Tag des Karnevals“ die närrische Session eröffnet, haben Wetterkapriolen keine Chance. Ein bisschen Regen hat die Eschweiler Fastelovendsjecke noch nie vom Feiern abgehalten. Und so war’s auch diesmal: Punkt 11.11 Uhr, als die Standartenträger aller 22 Karnevalsgesellschaften mit einem farbenfrohen Tross aus Mariechen, Tanzoffizieren und Uniformierten auf die Bühne an der Marienstraße marschierten - begleitet vom „Laridah“-Marsch, den der Regimentsspielmannszug der Roten Funken und die Spielfreunde Nothberg intonierten.
Gut bei Stimme waren nicht nur die Akteure auf der Bühne, sondern auch die vielen Zuschauer, die sich vor der Bühne und an den Straßenrändern versammelt hatten. Glückliche Gesichter allerorten! Endlich wieder Karneval! Komiteepräsident Achim Schuster, frisch im Amt und bestens gelaunt, eröffnete das närrische Programm mit einem bunten Mix aus schmucken Mariechen, stattlichen Tanzoffizieren der Nothberger Burgwache, der Prinzengilde Bergrath und der Lätitia Blaue Funken Weisweiler, dazu fetzige Musik von „Kroetsch“ und „Krawall“ sowie den Tönen des Fanfarenkorps „Die Nothberger“. Selbst die Ex-Prinzen und Ex-Zeremonienmeister ließen sich nicht lumpen und zeigten, dass sie’s noch draufhaben. Für die Tuschs und Musik zwischendurch sorgte Alleinunterhalter Peter Heinz Arnolds.
Doch bevor die Party richtig Fahrt aufnahm, durfte Schuster seine neuen Komiteekollegen und Eschweilers frischgebackenen Bürgermeister Patrick Nowicki begrüßen – der nicht nur seine goldene Komiteemütze bekam, sondern gleich seinen allerersten offiziellen Auftritt als Bürgermeister absolvierte. „Fastelovend ist so vieles das, was unsere Heimatstadt ausmacht. „Fastelovend ist das, was unsere Stadt so besonders macht“, sagte Nowicki strahlend. „Hier sehe ich Kinder, Jugendliche, viele verschiedene Vereine und Farben. Ja, wir sind bunt, aber in der Sache sind wir alle geeint.“
Danach hieß es Abschied nehmen: Der scheidende Prinz Frank und sein Zerm Juppi winkten ihrem närrischen Volk ein letztes Mal zu. Schuster zückte traditionsgemäß den grauen Zylinder, setzte ihn Ex-Prinz Frank auf und hieß die beiden in der Ex-Prinzen- und Ex-Zeremonienmeister-Familie willkommen – Applaus und ein paar feuchte Augen inklusive.
Dann endlich: der designierte Prinz Jürgen (Bücher) und sein künftiger Zeremonienmeister Pascal (Frenzel) stürmten auf die Bühne und stellten sich mit Bravour ihrem närrischen Volk vor. Nach dem Motto „Mie alle sen Eischwiele“ versprach das künftige Prinzenduo seinen Untertanen eine tolle Zeit mit „Danz und jecke Tön“.
Zum krönenden Abschluss verkündete Kulturmanager Max Krieger das Ergebnis aus der EMF-Spendensammlung: Stolze 8000 Euro für den karnevalistischen Nachwuchs! Der symbolische Scheck wanderte an Komiteepräsident Schuster – und die Jecken jubelten, denn: Nachwuchs ist das, was den Fastelovend am Leben hält!
Apropos Nachwuchs: der gestaltete das Nachmittagsprogramm auf der Bühne an der Marienstraße. Rund 500 Kinder aus 16 Eschweiler Karnevalsgesellschaften begeisterten das Publikum mit anmutigen und schmissigen Tänzen.
Der „Tag des Karnevals“ erwies sich einmal mehr als wahrer Publikumsmagnet und sorgte dafür, dass Eschweilers Innenstadt pünktlich zum verkaufsoffenen Sonntag ab 13 Uhr mit Besuchern aus Nah und Fern gefüllt war. Viele Einzelhändler nutzten die Gelegenheit, um ihre neue Herbst-/Winterkollektion zu präsentieren und ihre Schaufenster liebevoll und kreativ zu gestalten. Zusätzlich lockten attraktive Stadtfest-Rabatte die Gäste in die Läden.
Ein kleiner Wermutstropfen blieb jedoch: Einige Geschäfte blieben geschlossen – schade, denn sie verpassten die Chance, Eschweiler gemeinsam als lebendige und einladende Einkaufsstadt zu zeigen.
Irmi Röhseler