Eschweiler feiert drei Tage lang Herbst-Stadtfest
Eschweiler. An Attraktionen, Musik und Unterhaltung mangelte es am vergangenen Wochenende wahrlich nicht. Drei Tage lang hatte sich die Eschweiler Innenstadt beim Herbst-Stadtfest mit verkaufsoffenem Sonntag in eine große Veranstaltungsmeile verwandelt. Tanz, Musik, Autos, Fahrgeschäfte, Marktschreier und erstmals auch eine „Meile der guten Projekte“ lockten die Besucher in die Indestadt. Doch so bunt das Programm auch war: Mit der Resonanz und vor allem mit der Kauflaune der Besucher zeigten sich nicht alle zufrieden.
Der Citymanagement-Verein und die Stadt Eschweiler hatten sich ordentlich ins Zeug gelegt, um die Innenstadt mit Leben zu füllen. Die „Tanzende Stadt“ vor der Dreieinigkeitskirche und auf der Marienstraße, Konzerte auf der Uferstraße, die Marktschreier auf dem Marktplatz, die Autoschau auf der Marienstraße sowie zahlreiche Fahrgeschäfte und Spielstände sorgten für ein abwechslungsreiches Angebot.
Erstmals gab es zudem die „Meile der guten Projekte“ auf der Neustraße. Unter dem Motto Nachhaltigkeit präsentierten dort 15 Vereine, Institutionen und Unternehmen ihre Arbeit. Mit Informationen, Spielen und zahlreichen Mitmachaktionen entwickelten sie sich am Sonntag zu echten Publikumsmagneten. Die Besucher konnten sich nicht nur informieren, sondern auch selbst aktiv werden und auf diese Weise die vielfältigen Nachhaltigkeitsprojekte in Eschweiler kennenlernen.
Auch des Deutschen liebstes Kind spielte beim Stadtfest eine zentrale Rolle. Vier Autohändler hatten auf der Marienstraße ihre aktuellen Modelle aufgefahren. Vom kleinen, wendigen Stadtflitzer bis zur gediegenen, geräumigen Limousine war für nahezu jeden Geschmack etwas dabei. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) informierte über seine Arbeit und bot den Besuchern außerdem die Möglichkeit, ihre Fahrräder codieren zu lassen.
Der Startschuss für das dreitägige Stadtfest fiel am Freitagmorgen auf dem Marktplatz. Bei einem Marktschreier-Frühstück und Freibier eröffnete Schirmherr und Bürgermeister Patrick Nowicki das Programm.
Am Nachmittag wurde es tänzerisch: Die „Tanzende Stadt“ der Compagnie Irene K. und des Eschweiler Dance Centers brachte mit kraftvollen Performances zeitgenössischer Tanztechnik, Improvisation und spontanen Kompositionen, aber auch mit Hip-Hop, Contemporary und Commercial Dance, Poesie, Farbe und Bewegung in den städtischen Alltag. Die ungewöhnliche Mischung blieb nicht ohne Wirkung. Auch zahlreiche Zuschauer ließen sich von der Energie der Tänzer anstecken. Bürgermeister Patrick Nowicki eingeschlossen. Am Ende wurde nicht mehr nur zugeschaut, sondern mitgetanzt.
Eine gelungene Idee, die den öffentlichen Raum einmal auf ganz andere Weise erlebbar machte.
Musikalisch ging es auf der Uferstraße nonstop weiter. Von Freitag bis Sonntag sorgten regionale Bands, Solisten und Duos wie „Lagerfeuer“, „Leger“, „Popgezwitscher“, Ronja & Korbinian, Olga Hryhoruk, „Puddelrüh“, die „Inde-Singers“, das Feuerwehrorchester und die Musikschule für Unterhaltung. Dabei wurde nahezu das gesamte musikalische Spektrum abgedeckt.
Doch während das Programm für reichlich Abwechslung sorgte, fiel die Bilanz der Marktschreier zunächst deutlich nüchterner aus. Mit der Resonanz waren sie alles andere als zufrieden. Vor allem Freitag und Samstag seien aus ihrer Sicht eine „Katastrophe“ gewesen. Rund um ihren Standort auf dem Marktplatz habe es schlicht an Publikum gefehlt.
Erst am verkaufsoffenen Sonntag kam Bewegung in die Innenstadt. Vor allem am Nachmittag füllte sich auch der Marktplatz zunehmend. Endlich hatten die Marktschreier die gewünschte Bühne vor einem größeren Publikum, konnten ihre Waren lautstark anpreisen und ihre gewohnt derben Sprüche unter das Volk bringen.
Beim verkaufsoffenen Sonntag zeigte sich allerdings auch, dass sich das Einkaufsverhalten der Menschen verändert. Citymanagement-Vorsitzender Klaus Robrecht beobachtete, dass die Besucher zwar zahlreich in die Innenstadt kamen, beim Einkaufen jedoch zurückhaltender waren. „Ich habe noch nie so wenige Menschen mit Einkaufstüten durch die Stadt schlendern sehen“, fasste er seine persönliche Wahrnehmung zusammen. „Ich habe aber auch mit einigen Geschäftsleuten gesprochen, die sehr zufrieden waren!“
Für die Gesamtbilanz des Herbst-Stadtfestes fällt das Fazit also eindeutig positiv aus. Das vielseitige Programm lockte am Sonntag zahlreiche Besucher in die Innenstadt, die Geschäfte profitierten von der zusätzlichen Frequenz und die City präsentierte sich lebendig und gut besucht. Robrecht: „Unterm Strich bleibt damit ein gelungenes Herbst-Stadtfest, das einmal mehr gezeigt hat, wie wichtig solche Veranstaltungen für das Leben in der City sind!“
Irmi Röhseler