04.05.2026
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Förderzentrum bietet neue Perspektiven für Menschen in Eschweiler

Eschweiler. Neue Chancen statt Defizite: Mit diesem Ansatz ist Anfang März das neue Förderzentrum des VabW e. V. in Eschweiler gestartet. Bei der Vorstellung des Projekts waren neben Vertreterinnen und Vertretern des Trägers auch zahlreiche Akteure aus Politik, Bildung und Arbeitsverwaltung anwesend- darunter Stephan Löhmann, Vorsitzender des Sozialausschusses, Dana Duikers, Erste Beigeordnete der Stadt Eschweiler, Heinz-Theo Frings vom Ausschuss für Schule und Sport, Magdalena Schonert von der Volkshochschule Eschweiler, Patrick Nowicki, Bürgermeister der Stadt Eschweiler, Frank Numan, Geschäftsführer des VabW e. V., Projektleiter Cihan Sucuoglu sowie Jürgen Schoenen und René Jedziny, beide aus dem Vorstand des Jobcenters der StädteRegion Aachen. Ebenfalls vertreten war der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Würselen.

Seit dem 2. März 2026 läuft der Betrieb, aktuell nehmen 58 Menschen an dem Programm teil. Auffällig ist dabei die Altersstruktur: Rund 75 Prozent der Teilnehmenden sind zwischen 18 und 49 Jahre alt. Insgesamt sind 58 Prozent männlich und 42 Prozent weiblich.

Das Förderzentrum verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz: Teilnehmende werden über mindestens neun Monate individuell begleitet durch Jobcoaches, Sozialpädagogen und Fachanleiter. Ziel ist es, berufliche Perspektiven zu entwickeln und langfristig in Arbeit zu integrieren.

In den ersten Wochen haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich in verschiedenen Berufsfeldern auszuprobieren- darunter Holzverarbeitung, Garten- und Landschaftsbau sowie Tätigkeiten im Bereich Gastronomie und Hauswirtschaft. Anschließend folgt eine intensive Bewerbungsphase mit individueller Unterstützung.

„Durch die Arbeit lernt man Menschen kennen und kann Hemmschwellen abbauen und das ist eine enorme Chance, auch persönlich zu wachsen“, betonte Geschäftsführer Frank Numan. Entscheidend sei dabei nicht nur die schnelle Vermittlung in Arbeit: „Im Fokus steht zunächst, sich auszuprobieren und herauszufinden, was zu einem passt.“

Auch Eschweilers Bürgermeister Patrick Nowicki hob die Bedeutung des Projekts hervor: „Oft sprechen wir über Defizite- hier geht es um Chancen und Potenziale.“ Gerade in einer Stadt mit sozialen Herausforderungen sei es wichtig, die Menschen nicht aus dem Blick zu verlieren, die besondere Unterstützung benötigen.

Das Förderzentrum ist bereits der siebte Standort des Trägers in der StädteRegion Aachen, ein weiterer soll in Kürze folgen. Seit 2018 haben insgesamt über 700 Menschen an ähnlichen Maßnahmen teilgenommen, viele von ihnen mit erfolgreichen Anschlussperspektiven.

„Wir sind stolz auf das, was wir gemeinsam erreicht haben“, sagte Numan mit Blick auf die vergangenen Jahre. Die enge Zusammenarbeit mit Stadt, Jobcenter, Arbeitsagentur und weiteren Partnern sei dabei ein entscheidender Erfolgsfaktor. Das Förderzentrum verstehe sich als „Bindeglied zwischen den Bedarfen der Teilnehmenden und den Netzwerkpartnern“.

Projektleiter Cihan Sucuoglu zog nach den ersten Wochen ebenfalls ein positives Fazit: „Wir sind seit sieben Wochen in Aktion und sehen schon jetzt, wie gut das Angebot angenommen wird.“ Die Plätze seien schnell vergeben gewesen.

Neben der beruflichen Orientierung spielt auch die sozialpädagogische Betreuung eine wichtige Rolle. Unterstützt wird etwa bei Alltagsfragen, Bewerbungen oder persönlichen Herausforderungen: Immer mit dem Ziel, nachhaltige Perspektiven zu schaffen.

Ardita Hashani