26.01.2026
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Leeve Jott – Röher Mundartmesse begeistert erneut

Eschweiler. Seit mehr als 20 Jahren ist sie eine feste Größe im Röher Veranstaltungskalender: die Mundartmesse in der Kirche St. Antonius Eschweiler-Röhe. Auch in diesem Jahr wurde wieder auf „Eischwiller Platt“ gebetet, gesungen und gepredigt – sehr zur Freude der zahlreichen Besucherinnen und Besucher. Die Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt. Menschen aller Generationen waren gekommen, um diese besondere Messe mitzufeiern.

Als Ehrengast begrüßte Pfarrer Christoph Graaff den amtierenden Karnevalsprinzen Jürgen I., der gemeinsam mit seinem Zeremonienmeister Pascal und seinem Gefolge anwesend war. Der Prinzenorden wurde verliehen, und in humorvoller Weise überreichte der Pfarrer dem Prinzen und dessen Zeremonienmeister selbst gebastelte Orden in Form von Lenkrädern – eine Anspielung auf den Beruf des Prinzen, der im „echten Leben“ als Autoverkäufer tätig ist.

Mit viel Witz und Charme bezog Graaff die Gemeinde immer wieder in seine Predigt ein. So stellte er dem Prinzen und den Gottesdienstbesuchern mehrere Fragen: Was geschah am 4. April 2025? Die Prinzenwahl. Am 10. Januar 2026? Die Prinzenproklamation. Diese Antworten waren vielen bekannt. Bei der dritten Frage jedoch wurde es schwieriger: Was war am 7. Februar 2011? Die richtige Antwort lautete: Seit diesem Datum müssen alle Neuwagen mit Tagfahrlicht ausgestattet sein. Damit schlug der Pfarrer gekonnt den Bogen zum zentralen Thema der Messe – wie wichtig Licht und Orientierung in der heutigen Zeit sind.

Auch Prinz Jürgen I. griff diesen Gedanken auf. Licht und Freude seien unverzichtbar, betonte er augenzwinkernd: Er folge zwar nicht dem Stern, dafür aber seinem Prinzenführer. Pfarrer Graaff wünschte allen Menschen Freude und Licht – was mit Applaus bedacht wurde.

Für zusätzliche Heiterkeit sorgte der Pfarrer mit zahlreichen Wortspielen und Witzen. Besonders gut kam seine Antwort auf eine Kreuzworträtsel-Frage an, die nach dieser Messe wohl jeder beantworten konnte: „Rheinische Jottheit mit nur einem Buchstaben?“ – „J!“

Zum Ende des Gottesdienstes erhielt Graaff zudem ein besonderes Angebot: Der Röher Karnevalsverein KG Onjekauchde Eschweiler-Röhe 1927 e.V. lud ihn ein, künftig auch als Büttenredner bei karnevalistischen Veranstaltungen aufzutreten. Ein Platz für ihn sei dort immer frei.

Die Kollekte des Tages wurde dem Herzensprojekt des Prinzen gespendet: „Jedem Kind eine Uniform“, um sicherzustellen, dass auch in 20 oder 30 Jahren die Tradition des Eschweiler Karnevals bestehen bleibt. Unter den Gästen befand sich auch Bürgermeister Patrick Nowicki, der an diesem Tag den ersten Sessionsorden der KG Onjekauchde Eschweiler-Röhe 1927 e.V. erhielt – noch bevor dieser an die eigenen Mitglieder verliehen wurde.

Ein Gottesdienst, der zeigte: Glaube, Humor, Mundart und Karneval passen in Eschweiler bestens zusammen.

Jessica Hissink

Bildergalerie Jessica Hissink und Marcel Laumann