24.01.2026
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Neujahrsempfang mit vielen Einblicken

Eschweiler. Offen und transparent – so präsentierte sich das Haus St. Josef, die große Jugendhilfeeinrichtung in Eschweiler, beim Neujahrsempfang 2026.

Dass so viele Besucher erschienen waren, freute Robert Wagner als Geschäftsführer des Hauses St. Josef und seine Mitarbeiter sehr. Nach der offiziellen Begrüßung stimmte er die Gäste auf ein neues Konzept ein: fort vom starren Vortrag, hin zu lockeren Gesprächen mit wechselnden Akteuren, die den Gästen in unterhaltsamer Form einige interessante Informationen über die Jugendeinrichtung vermitteln konnten. Die Idee dazu kam von Miriam Röber, Teamleiterin im Haus St. Josef, die sehr gut vorbereitet und mit viel Einfühlungsvermögen die Gespräche moderierte.

Zum Talk eingeladen war auch Bürgermeister Patrick Nowicki. Ihm sind als Vater die großen Herausforderungen in der Kindererziehung wohlbekannt, wie er ausführte, und er dankte allen Betreuern für ihren unermüdlichen Einsatz, den Kindern und Jugendlichen ein schönes Zuhause zu geben. 

Dass sich das schöne Zuhause nicht nur auf gemütliche Möbel bezieht, legte René Frambach, Mitarbeiter in der Traumapädagogik, im nachfolgenden Gespräch mit Miriam Röber dar. Für ihn sind es die Gesten im täglichen Miteinander, die entscheidend sind, wie er erzählte. So war der Besuch zum Geburtstag eines Kindes außerhalb seiner Dienstzeit für das Geburtstagskind etwas ganz Besonderes. Vielleicht zum ersten Mal fühlte es sich wertgeschätzt – ein Gefühl, das ihm vorher fremd war. Solche Gefühle sind wichtig, um Vertrauen zu- und miteinander aufzubauen – das lässt ein Heim zur Heimat werden, legte er anschaulich dar.

Im Laufe der Gespräche wurde auch den Gästen klar, dass neben der Betreuung hier auch Lektionen für ein verantwortungsvolles, selbstbestimmtes späteres Leben vermittelt werden. So wird in der Gruppe Fuchsbau auch bei Schnee und Kälte die Arbeit auf dem Gnadenhof von neun jungen Leuten verrichtet, wie Bewegungscoach Tobias Berg berichtete. In der Wohngruppe Startbahn lernen Jugendliche auch, schwierige Situationen zu lösen und sich Problemen zu stellen, wie Betreuerin Hêlîn Aydin-Dalin erklärte. So wurde die Frage des sehr begrenzten monatlichen Budgets von den Jugendlichen selbst erfolgreich der Einrichtungsleitung und den zuständigen Ämtern vorgetragen. Mit den richtigen Argumenten konnten sie alle überzeugen, und ihr Budget wurde erhöht. Ein erster Schritt für die Startbahnbewohner, die eigene Kraft zu entdecken und ihr zu vertrauen.

Dass es im Haus St. Josef neben Erfolgen auch Momente der Verzweiflung und Trauer gibt, gehört hier wie überall im Leben dazu. Um dem zu begegnen, braucht es Hoffnung und Glauben. Diese beiden Grundlagen hat Pfarrer Michael Datené stets im Gepäck, um Betreuern und Bewohnern der Jugendeinrichtung zuverlässig zur Seite zu stehen, wie er im Gespräch mit Moderatorin Röber versicherte. Wenn dann noch, wie René Frambach abschließend sagte, das ganze Team zusammensteht, ist jede Krise zu bewältigen.

Mit diesen positiven Worten endete die Moderation des Neujahrsempfangs, und alle trafen sich im Café mit dem sinnigen Namen „ansprechBar“, wo bei Snacks sowie kühlen und warmen Getränken ein reger Gesprächsaustausch stattfand.
 
Gaby Römers