17.11.2020
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Die Stadt hilft, wenn man im Alter einsam ist

Die dunkle Jahreszeit ist für viele Menschen keine einfache Zeit. Dazu kommen Einschränkungen und Sorgen rund um die Coronavirus-Pandemie und viele, gerade auch ältere Menschen ziehen sich noch mehr zurück. Christa Krichel ist seit vielen Jahren ehrenamtlich in einem lokalen Seniorentreff tätig und nimmt wahr, dass soziale Isolation und Einsamkeit zugenommen haben: „Eine 91-jährige Dame, die ich schon einige Jahre regelmäßig besuche, spricht mit mir oft über ihre Einsamkeit. Der größte Teil ihrer Freunde und Bekannten ist mittlerweile verstorben. Durch die Pandemie haben sich die Kontakte weiter reduziert und der Aktionsradius ist stark verkleinert.“ Doch nicht nur Alleinstehende sind von Einsamkeit betroffen. Beispielsweise auch in der Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen trifft man auf Angehörige, die teils sehr unter Einsamkeit leiden. Der Partner ist zwar noch da, aber die Sorge und Pflege lässt kaum Raum für eigene Aktivitäten. Und Hilfe wird oftmals aus Pflichtgefühl gegenüber dem Partner abgelehnt.

Diese Beobachtungen werden durch wissenschaftliche Analysen und Statistiken bestätigt. Die Befragung „Wohnen und Leben im Alter“ der StädteRegion Aachen zeigt zum Beispiel, dass mehr als 10 Prozent der Befragten über 60 Jahren angab, „niemanden zu haben“, wenn sie sich einsam fühlten. Eingeschränkter Bewegungsradius, verschlechterter Gesundheitszustand, zeitliche Einschränkungen durch Pflege oder materielle Sorgen verstärken im Alter die Wahrscheinlichkeit, an Einsamkeit zu leiden.

Die potenziellen gesundheitlichen Folgen und physischen, psychischen, sozialen, emotionalen und mentalen Auswirkungen von subjektiv wahrgenommener Einsamkeit sind vielfältig und können z. B. bestehen in einem erhöhten Risiko, an Depression oder Angstzuständen zu erkranken oder alkoholabhängig zu werden, einer reduzierten Schlafqualität, einem erhöhten Risiko einer beschleunigten kognitiven und geistigen Degenerierung und Entwicklung einer Demenz und/oder einem generell ungesunderen Lebensstil mit geringer Bewegungsintensität und schlechtem Ernährungsverhalten, woraus etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfälle oder Übergewicht resultieren können.

Im städteregionalen Kompetenznetzwerk „Gesundheitsförderung im Alter“ steht das Thema „Vereinsamung“ auf der Agenda. Gemeinsam mit den Kommunen soll auf Angebote – auch in Zeiten der Pandemie – aufmerksam gemacht und für das Thema sensibilisiert werden.

Ansprechpartner bei der Stadt Eschweiler sind:

Herr Peter Toporowski, Seniorenbeauftragter Stadt Eschweiler
Marienstraße 7, 52249 Eschweiler
Telefon: 02403/505360
E-Mail: peter.toporowski@eschweiler.de

Herr Cem Gökce, Seniorenberatung Stadt Eschweiler
Marienstraße 7, 52249 Eschweiler
Telefon: 02403/505365
E-Mail: cem.goekce@eschweiler.de

Herr Florian Karnebogen, Sozialplanung Stadt Eschweiler
Johannes-Rau-Platz 1, 52249 Eschweiler
Telefon: 02403/71701
E-Mail: florian.karnebogen@eschweiler.de

Hier können Informationen zum Thema und über Angebote eingeholt werden, ein thematischer Austausch stattfinden und es wird Weitervermittlung zu Institutionen/Einrichtungen und Vereinen geleistet.

Redaktion