13.10.2020
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Hilfe bei der Sucht: Café Kick ist zurückgekehrt

Es ist anders und doch ist sie da. Die Stelle für Suchtberatung mit dem Café Kick hat nach dem Corona-Lockdown ihren Betrieb wieder aufgenommen und geht damit ein Schritt zurück zur Normalität.

Anfang des Jahres, kurz bevor das Corona-Virus sämtliche Planungen durcheinanderwarf, hatte die Suchtberatungsstelle am Patternhof eine Umstrukturierung vollzogen. Die Kooperation zwischen dem Gesundheitsamt der StädteRegion und der Diakonie wurde zwar fortgesetzt, aber die Zuständigkeiten anders aufgeteilt. Während sich die StädteRegion seit Januar für den Südkreis verantwortlich zeigt, übernimmt die Diakonie seither den Tätigkeitsbereich alleinig im Nordkreis. Für die Stadt Aachen ist derweil die Caritas zuständig. „Das brachte zwar anfangs einen Umbruch mit sich, doch im Januar und Februar sind die Angebote trotzdem gut weiter- und angelaufen“, so Ute Lorenz.

Die Mitarbeiterin vom sozialpsychiatrischen Dienst der StädteRegion zog im Zuge dieser Umstrukturierung

von Alsdorf nach Eschweiler. Obwohl das Café Kick und die Stelle für Suchtberatung in der Bergrather Straße 51-53 zu den größten Drogencafés in der StädteRegion gehört, sind die Räumlichkeiten doch so klein, dass es während der Pandemie die Abstandsregeln schwierig machen, den normalen Betrieb aufrecht zu erhalten.

Dementsprechend erleichtert war man, nachdem man mit einem Hygienekonzept ein Stück weit die Normalität zurückerlangen konnte. Beratungstermine finden seit Juni nur nach Vereinbarung und einzeln statt. Die offene Sprechstunde kann unter den derzeitigen Umständen nicht angeboten werden.

„Gerade im Bereich der Suchtberatung gibt es in Eschweiler Bedarf“, weiß Ute Lorenz, die auch bereits in der HIV- und AIDS-Beratung tätig war. Sie relativiert jedoch, dass sich Drogenprobleme – egal ob im Zusammenhang mit Rauschmitteln wie Cannabis und stärkeren Mitteln, aber ebenso mit Alkohol – im Vergleich zu anderen Kommunen in der StädteRegion auf einem ähnlichen Level bewegen. Grundsätzlich, trotz dass der Rauschmittelkonsum von Frauen zunimmt, sind etwa zwei Drittel der Betroffenen Männer. Während der Cannabis-Konsum bei jungen Menschen zunimmt, verhält es sich beim Alkohol anders. „Alkoholabhängigkeit ist oftmals eine Altersfrage, denn diese Sucht entwickelt sich über Jahre und Jahrzehnte und nicht von heute auf morgen. Ein junger Mensch, der sich einmal falsch einschätzt und einmalig Koma-Trinker ist, ist ist nicht gleich abhängig“, erklärt Lorenz und ergänzt, dass hierbei das Durchschnittsalter über 40 Jahre liegt. „Wichtig sei oft auch, dass Angehörige da sind, die die problematische Lage erkennen, das gilt auch für Abhängigkeit von Medikamenten, Spielen und dem Internet“, beschreibt Lorenz, dass der Zugang nicht nur auf offener Straße stattfindet.

Die sieben Frauen, die in der Drogensuchtberatungsstelle in Eschweiler tätig sind, sind derzeit mit den Corona-Regeln und der doch hohen Nachfrage gut ausgelastet. Neben der Beratung läuft ebenfalls nur nach Anmeldung seit wenigen Wochen und für alle Interessierten die Kreativwerkstatt an, an der im Schnitt sechs bis acht Menschen teilnehmen. Hier werden Projekte wie das kreative Bemalen von Steinen „Sucht stone(d)“ oder Stricken umgesetzt. Bis Jahresende sollen weitere Aktionen wie die Bearbeitung von alten Holzmöbeln, Acrylkunst auf Leinwand, das Gestalten von Adventskränzen, weihnachtliches Backen und Basteln stattfinden.

Manuel Hauck


Der Kontakt zur Drogensuchtberatung/Café Kick:

Persönlich: Bergrather Straße 51-53, 52249 Eschweiler

Telefon: 0241 5198-5553

E-Mail: suchtberatung@staedteregion-aachen.de