16.11.2020
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In besonderen Situationen: Inklusionsassistenten helfen vor Ort

Das Projekt KOBSI, kurz für „Koordinierungs- und Beratungsstelle für systemische Inklusionsassistenz“, ist ein wichtiger Baustein, damit Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam lernen können. In der StädteRegion Aachen arbeiten schulische Inklusionsassistentinnen und –assistenten an mittlerweile 26 Schulen. Sie leisten keine Einzelbetreuung, sondern stehen allen Kindern in besonderen Situationen als Bezugsperson zur Seite. Darüber hinaus stärken sie die Kinder auch außerhalb des Unterrichtes, beispielsweise mit Angeboten zu Entspannung, Bewegung oder gestalteten „Auszeiten“.

Dieser Ansatz entlastet Lehrkräfte für ihre pädagogische Arbeit, unterstützt die Schulsozialarbeiter und Schulsozialpädagogen und verbessert die Lernsituation der Kinder, indem mehr Ruhe ins Unterrichtsgeschehen gebracht wird. KOBSI startete 2015 als Modellprojekt an fünf Schulen. Seitdem hat sich der Ansatz bewährt und wurde – auch wegen starker Nachfrage durch die Schulen - stetig ausgeweitet. In vielen Fällen hat sich gezeigt, dass Ansprechpartner für alle Kinder oft wirkungsvoller für die Inklusion sind, als viele Einzelbegleitungen für förderbedürftige Kinder. Mittlerweile arbeiten die Inklusionshelfer an 26 Schulen. An ihren Einsatzschulen gehören die Inklusionsassistenzen im Gegensatz zu den klassischen Schulbegleitern als fester Bestandteil zum Kollegium.

Ein weiterer Bonus des Projektes: Die Inklusionsassistenzen bringen neben ihrer Arbeit auch oft außergewöhnliche Ideen mit an die Schule. Christina Bergstein arbeitet zum Beispiel an der Eduard-Mörike-Schule in Eschweiler. Zwei- bis dreimal die Woche begleitet Schulhund „Keks“ sie. Schon seine Anwesenheit macht gute Laune. Wenn die Kinder mit ihm arbeiten, lernen sie Verantwortung zu übernehmen und ihr Selbstwertgefühl wächst. An der Hermann-Josef-Grundschule in Alsdorf-Hoengen hat Inklusionsassistent Manfred Lutters eine Box-AG eingeführt. Was sich martialisch anhört, ist in der praktischen Umsetzung eine gute Möglichkeit für die Kinder, Regeln zu erlernen, Stress abzubauen und ihre sozialen Fähigkeiten zu erweitern. Für Melanie Urban an der Adam-Ries-Schule in Eschweiler ist Natur ein wichtiges Thema. Also organisiert sie mit den Schülern gemeinsames Gärtnern oder Müllsammelaktionen. Coronabedingt können auch die KOBSI-Angebote im Moment nicht immer wie gewohnt ablaufen. Aber alle versuchen, auch in dieser herausfordernden Zeit Alternativen anzubieten. Melanie Urban hat zum Beispiel eine Schnitzeljagd organisiert. Ihr Ziel dabei war, negative Emotionen zu kanalisieren und das Gemeinschaftsgefühl wieder zu stärken. Die Inklusionsassistenten tun also das, was sie gut können: Sie haben die Gesamtsituation im Blick und können flexibel reagieren.

Finanziert wird KOBSI zum größten Teil aus der Inklusionspauschale des Landes. Auch einige Jugendämter der städteregionsangehörigen Kommunen beteiligen sich finanziell an dem Unterstützungsangebot.

Redaktion