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Bürgerbeteiligung für´s Rathausumfeld schon vor Jahren eingefordert

Eschweiler. An diesem Donnerstag haben Eschweiler Bürgerinnen und Bürger erstmals „offiziell“ die Möglichkeit, sich zu den Planungen für das neue Rathausquartier zu äußern. Um 18:00 Uhr kann jeder in den Ratssaal kommen und seine Meinungen, Ideen und Anregungen zu diesem Großprojekt im Rahmen einer „Bürgerwerkstatt / Bürgerinformation“ kundtun.
Einer der sich seit Jahren darum bemüht, bei der Entwicklung dieses für die Entwicklung Eschweilers so extrem wichtigen Projektes mitzugestalten ist Thomas Widynski aus Dürwiß. Widynski ist Architekt und kennt sich von Berufs wegen schon ein wenig intensiver mit der Materie aus. Bereits im November 2016 brachte er in einem Leserbrief an die Eschweiler Zeitung seiner Besorgnis Ausdruck, dass das heute Rathausquartier genannte Bauvorhaben an den Wünschen und Interessen der Eschweiler Bevölkerung vorbei geplant und entstehen könnte. Seine Einschätzungen haben sich bis heute kaum geändert und wurden bisher durch die Vorgänge eigentlich leider nur bestätigt. Immer wieder hat sich Widynski in den letzten Jahren mit dem ehemaligen Citycenter / Karstadtareal und den Möglichkeiten einer Neugestaltung befasst. Er hat selbst verschiedene Grobplanungen entwickelt und Konzepte angerissen. „Ich habe einfach mal stadtplanerisch vorgedacht, was denn dort entstehen könnte, ohne mich an irgendwelchen finanziellen oder politischen Zwängen zu orientieren.“, sagt der Architekt, der betont, dass er hier ganz sicher keine eigenen wirtschaftlichen Interessen hat. “Mir geht es um das Wohl meiner Heimatstadt, die sich mit einer Verwirklichung des Investorenprojektes im wahrsten Sinne ihre Zukunft verbauen würde“
Im Rathaus sei er aber letztlich sowohl bei Verwaltung als auch bei fast allen Politikern auf taube Ohren gestoßen, gelte als einer der Querulanten, die das nun angestrebte Bauobjekt des niederländischen Großinvestors prinzipiell verhindern möchten. Diese Interpretation seiner Überlegungen lehnt Thomas Widynski entschieden ab: „Ich sehe in der Gesamtplanung und dem Projektmanagement viele grundsätzliche Fehler. Es hat bereits vor Jahren Planungen gegeben, die das Umfeld des Rathauses und die Verbindung über die Inde bis hin zur südlichen Innenstadt einbezogen haben, diese Planungen waren sogar bezuschussungsfähig. Wo sind diese Konzepte?“ Auch verweist er auf Eschweiler als Zukunftsstandort mit der die Nähe zu Aachen und zur dortigen RWTH, wo man hochqualifizierte Unterstützung für die Entwicklung eines an Nachhaltigkeit orientierten Wohnquartiers hätte bekommen können. „Warum fordern wir hier nicht, das nachhaltigste und ressourcenschonendste Innenstadtquartier der Republik entstehen zu lassen?“
Viele Fragen bleiben für Thomas Widynski bis heute unbeantwortet. Er hofft, dass etliche davon am Donnerstag im Ratssaal gestellt werden können, ob sie jedoch befriedigend beantwortet werden, kann er ganz sicher nicht sagen.

Terminhinweis:
Bürgerbeteiligung/Bürgerwerkstatt
zum Thema Rathausquartier
Donnerstag, 12. September, 18:00 Uhr
im Ratssaal, Rathaus, Johannes-Rau-Platz 1, Eschweiler

Schon vor fast drei Jahren war Thomas Wydinski besorgt um die Bürgerbeteiligung in Sachen Rathausquartier. (Foto: Michael Uhr)