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Falken verwandeln das Berufskolleg in ein Tollhaus

Nach zwei Jahrzehnten war Fortuna Weisweiler II wieder beim Fuchs-Cup erfolgreich und Falke Bergrath ist nach Viktoria Birkesdorf (2001) erst der zweite Sieger des renommierten Raiffeisen-Cup, der sich zunächst für die Endrunde qualifizieren musste. Die zwischen Weihnachten und Silvester ausgetragenen Fußball-Hallenturniere der Raiffeisen-Bank Eschweiler eG und von Germania Dürwiß nehmen definitiv einen besonderen Platz in den Annalen der Wettbewerbe ein. Mit La-Ola-Wellen feierten die begeisterten Falken-Fans ihre Mannschaft in der voll besetzten Berufskolleg-Sporthalle. „Die Zuschauer waren der Wahnsinn. Gegen zwei Klassen höher spielende Bezirksligisten haben wir normalerweise kaum Chancen, aber im Hallenfußball und mit dieser Unterstützung war alles drin“, kommentierte Bergraths Akteur Yanik Wiese den großen Coup des beherzten Außenseiters.

Erfolg hing am seidenen Faden

Dabei hing der erste Triumph des B-Liga-Spitzenreiters beim Raiffeisen-Cup in der Vorrunde am seidenen Faden. Die Entscheidung über das Weiterkommen spitzte sich im letzten Spiel zu. Bergrath lag gegen den FV Eschweiler schon 0:2 zurück. 40 Sekunden vor Schluss schoss Sascha Schoenen das 2:2, welches den Falken zum Endrundeneinzug reichte. Der FV schied aus, obwohl er wie Bergrath die schwachen Rhenania Eschweiler und SCB Laurenzberg (je 1 Punkt) schlug. In der anderen Vorrundengruppe fing der SC Berger Preuß mit seinem abschließenden Sieg die punktgleichen VfL Übach-Boscheln und SC Ederen (alle 6 Pkt.) knapp ab. Germania Dürwiß (0 Pkt.) zierte das Tabellenende.

Dafür stemmte die Germania die Organisation, wohl zum letzten Mal als eigenständiger Klub vor der wahrscheinlichen Fusion mit Laurenzberg und Fortuna Weisweiler. Insbesondere die fleißigen Helfer aus der Jugendabteilung, wie Frank Dickmeis betonte, bereiteten den Boden für das bestbesetzte Turnier in Eschweiler. In der Endrunde löste Bergrath (6 Pkt.) mit kontrollierten Erfolgen gegen Weisweiler (3 Pkt.) und Rhenania Lohn (1 Pkt.) vorzeitig das Halbfinalticket, musste den Gruppensieg allerdings Titelverteidiger Columbia Donnerberg (7 Pkt.) überlassen. In Gruppe B unterlag der SV St. Jöris der durchmarschierenden SG Stolberg (9 Pkt.) in einem der qualitativ besten Spiele 1:2, setzte aber dann mit blitzsauberen Kontern beim 5:0 gegen Jugendsport Wenau ein Ausrufezeichen. Die somit verbesserte Tordifferenz langte dem SV, um die ebenso je einmal siegreichen Wenau und Berger Preuß hinter sich zu lassen.

Bezirksligisten ausgeschaltet

Im Halbfinale boten St. Jöris und Bergrath folglich Stolberger Bezirksligisten die Stirn. Die mit ihrem Stammpersonal erschienenen Kupferstädter forderten die Eschweiler Kreisliga-Kicker, sodass diese ans Limit gehen mussten, um sich tatsächlich überraschend durchzusetzen. Mit Doppelpacks von Tim Goldner und Stephan Rüttgers schaltete St. Jöris die Donnerberger aus, die möglicherweise auch dem Kräfteverschleiß in ihrem kleinen Kader Tribut zollten (4:1). Einen technisch und taktisch tollen Schlagabtausch lieferten sich SG Stolberg und Bergrath. Die Falken-Führung durch Fabian Reisgen glich Christoph Zimmermann mit einer blendenden Einzelaktion aus. Der Underdog rannte nochmal an, doch der zum stärksten Keeper ausgezeichnete Stolberger Kai Gerards sorgte mit seinen Paraden dafür, dass es ins Neunmeterschießen ging. Dort hielt Bergraths Fabian Wiemers einmal mehr (4:3) – Falke stand wie im Vorjahr im Finale. Die SG sicherte sich noch den dritten Platz gegen Donnerberg (5:0).

Das umkämpfte Endspiel blieb bis kurz vor dem Ende offen. Nach zwei Toren von Wiese kam St. Jöris durch Kevin Gulba wieder heran. Dann sah der SV eine von insgesamt vier Roten Karten im Turnier (wobei es insgesamt nicht unfair zuging) und dank des 3:1 von Schoenen, mit sechs Treffern bester Endrunden-Torschütze, verwandelten die Falken-Fans die Halle endgültig in ein Tollhaus (Foto). „Im Laufe der Veranstaltung steigerten wir uns zu einer beachtlichen Leistung. Der Titel schließt unser Jahr 2019 mit Aufstieg und Herbstmeisterschaft hervorragend ab“, sagte Bergraths Trainer Daniel Hoven. Schirmherr Dr. Christoph Herzog, Vorsitzender des Stadtsportverbandes, beeindruckte die großartige Stimmung und die Dynamik der Partien: „Hier wird man ein Fan des Hallenfußballs.“ Der Dank von Raiffeisen-Bank-Vorstandsmitglied Sven Rehfisch galt Schiedsrichtern, Teilnehmern, Zuschauern, Helfern und der Turnierleitung mit Willi Greven, Matthias Hanf und Moderator Tim Schmitz.

Weisweiler II holt Fuchs-Cup

Den 23. Fuchs-Cup für die Eschweiler Reservemannschaften gewann die Zweitvertretung von Fortuna Weisweiler erstmals nach 1999. Mit Mohammed Rarhib und Sebastian Klinkenberg stellte das Team von Paul-Daniel Schäffer auch zwei der drei Torschützenkönige. Ebenfalls sieben Mal netzte Manuel Hoppenz von Rhenania Lohn II ein. Im Finale setzte sich Weisweiler mit 5:1 gegen Lohn durch (Tore: 4 x Klinkenberg, Radouane Khidous / Lukas Lürken). Zuvor wurden im Halbfinale die Erstplatzierten der beiden Gruppen jeweils von den Gruppenzweiten düpiert. Weisweiler II behauptete sich gegen Berger Preuß II ähnlich klar (5:1) wie Lohn II gegen Bergrath II (6:1). Im Neunmeterschießen um Platz drei hatte der Berger Preuß das bessere Ende für sich. Torwart Jerome Hamann entschärfte zwei Bergrather Versuche und erhielt zugleich den Fuchs für den besten Schlussmann. Vorjahressieger Sportfreunde Hehlrath II musste schon in der Gruppenphase einpacken.

Tim Schmitz