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Gewinner ist nicht nur die Nachhaltigkeit

Das Vorbild war und ist die „Wunderkiste“ aus Berlin. Der Ömmesönz-Laden am Langwahn hat sich etabliert. Nach drei Jahren findet das Re-Use-Prinzip weiterhin Anklang. Jeden Mittwoch und Freitag öffnet der Laden für drei Stunden seine Türen, Besucher können Gegenstände vorbeibringen, an denen sie sich satt gesehen haben, aber auch gebrauchte Artikel mitnehmen. Fünf Ehrenamtler sorgen nicht nur im „Verkaufsraum“ dafür, dass alles seinen geregelten Gang nimmt, vor allem im Lager wird vorsortiert, Kaputtes aussortiert und Brauchbares vorbereitet.

Darüber hinaus findet auch das Repair-Café statt, so auch am vergangenen Wochenende. Jeden Samstag können Konsumenten Geräte vorbeibringen, die nicht mehr funktionstüchtig sind. Und die werden von den vier Reparateuren Tibor, Manfred, René und Franz-Josef auf Vordermann gebracht. Ohne Entlohnung, freiwillig können die Eigentümer der Gerätschaften dennoch spenden.

Die Bilanz nach einem knappen Jahr: 758,81 Euro sind zusammengekommen. „Im Schnitt besuchen pro Ausgabe 20 Menschen das Repair-Café. Nicht jeder ist spendabel, aber die Dankbarkeit ist trotzdem groß.“, so Nicoll Parthey. Sie arbeitet zwar bei der AWA Entsorgung GmbH, die den Laden mietet, doch auch sie ist ehrenamtlich mit von der Partie. „Wie hoch ist nochmal die Reparatur-Quote?“, fragt sie einen der Tüftler. „Etwa 80 Prozent der Geräte und in drei Jahren um die 250 haben wir wieder ans Laufen bekommen.“ antwortet dieser.

Nicht nur die Besucher des Re-Use-Ladens profitieren, denn Konsumgüter werden auf diese Weise nicht so schnell weggeworfen, ein Plus für die Umwelt, Müll wird vermieden. An diesem Samstag war aber vor allem eine Einrichtung der Gewinner: Das Haus St. Josef. Dem Haus kamen die gesammelten Spenden zugute, Robert Wagner war dankbar und hatte schon einen konkreten Plan für die Gelder: „Wir möchten eine Künstlerin zu uns holen, die mit den Kindern ein besonderes Projekt durchführt. Dabei wird Kunst mit dem ganzen Körper geschaffen, dazu unter anderem Materialien aus der Natur gesammelt. So erleben die Kinder und Jugendlichen eine neue Art der Selbstwirksamkeit und erfahren, was sie alles können.“ Text und Foto: Manuel Hauck