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Grüne fordern Verkehrsgutachten

Eschweiler. Während man anderswo händeringend versucht, den Autoverkehr in den Innenstädten zu reduzieren, bahne sich bei uns das genaue Gegenteil an, monieren die Grünen.  „Aldi, Netto und Edeka als große Ankermieter im geplanten Rathaus-Quartier sind Filialisten, die erfahrungsgemäß besonders viel PKW- und Zulieferverkehr anziehen. Sich solche KFZ-Magneten ins Herz der City zu holen und weite Teile eines innerstädtischen Filetgrundstücks in einen Großparkplatz ohne jegliche Aufenthaltsqualität zu verwandeln, hat mit nachhaltiger Stadtplanung nicht viel zu tun“, so Grünen-Fraktionssprecher Dietmar Widell. Er gibt zu bedenken, dass das Gebiet wegen seiner hohen Luftbelastung bereits jetzt Teil der innerstädtischen Umweltzone ist. Die Grünen fordern die Stadt deshalb auf, ein unabhängiges Verkehrsgutachten einzuholen, bevor Baugenehmigungen erteilt werden. „Ein zentraler Bestandteil im neuen Handlungskonzept für das Stadtzentrum, ist der von den Grünen seit langem geforderte Rückbau der Indestraße auf zwei Fahrspuren. Das Gutachten soll ermitteln, ob dieses Ziel überhaupt umsetzbar ist, wenn man an gleicher Stelle ein neues Einkaufszentrum plant, das für massives zusätzliches Verkehrsaufkommen sorgen wird“, erklärte Widell. „Was im Herzen der Stadt entsteht, sollte in erster Linie der Lebensqualität der Eschweiler Bürgerinnen und Bürger dienen.“ All dies nimmt Bürgermeister Rudi Bertram zwar zur Kenntnis, schilderte aber gegenüber der Filmpost seine Sicht: „Ohne Verkehrsgutachten wird es keine Baugenehmigung geben. Das ist ein normales Vorgehen und das wissen die Grünen. Beim Verkehrsfluss hinein in die Indestraße ist mit dem Landesbetrieb Straßenbau zudem ein weiterer Akteur involviert.“ Man sei sich im Rathaus dieser Dinge sehr wohl bewusst.