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In eigener Sache

Seit vielen Jahren werden in der Filmpost Leserbriefe veröffentlicht, ungekürzt und im Original, und in der Regel auch ohne jeglichen Kommentar. Jeder Schreiber eines Leserbriefes soll das Recht haben, seine Meinung frei zu äussern. Immer wieder geschieht es, dass Vorgänge in Eschweiler die Menschen mehr und deutlich intensiver beschäftigen, weil sie sich persönlich betroffen fühlen, oder auch weil ihnen dieser spezielle Vorgang besonders am Herzen liegt. So war es bei der Verkehrsberuhigung der Uferstrasse im Zuge der Erneuerung der Innenstadt, bei der Entstehung des Langwahn-Centers und vielen weiteren, zumeist stadtplanerischen, aber auch anderen Projekten in den letzten, ja man kann inzwischen sagen, Jahrzehnten. Und zu solchen Zeiten gibt es dann mehr Leserbriefe als üblich. So auch jetzt bei der Entwicklung des ehemaligen City-Centers. Die Filmpost hat weder Einfluss auf die Länge der Briefe, nicht auf die Anzahl und schon gar nicht auf den Inhalt. Es wird alles veröffentlicht, was rechtlich unbedenklich ist. Dass dann sehr unterschiedliche Meinungen aufeinander prallen können, ist unvermeidbar, aber auch ein Zeichen von demokratischer Stärke, wenn, und das ist von entscheidender Bedeutung für ein gedeihliches Zusammenleben, die Meinung des Andersdenkenden zumindest angehört, und die handelnden Personen nicht durch persönliche Angriffe diffamiert werden. Oft bringen übrigens geistige Auseinandersetzungen, die wichtig für eine Gesellschaft sind, unerwartete Erkenntnisse, die zu einem besseren Ergebnis in der Sache führen können. Vor allem dann, wenn man sich die Mühe macht, dem jeweilig anderen etwas intensiver zuzuhören. Wichtig ist auch, dass sich die jeweiligen Argumentierer, unterstellt, dass es bei der Auseinandersetzung um sachliche Argumente geht, nach Ende des Vorgangs wieder in die Augen schauen und sich die Hände reichen können. Auch dann, wenn der eigene Vorschlag oder die eigene Idee nicht zur Erfüllung kam. Bisher hat das in Eschweiler glücklicherweise immer funktioniert.

Michael Engelbrecht
Herausgeber Eschweiler Filmpost