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SV St. Jöris wiederholt den Triumph bei der Heim-Stadtmeisterschaft

„In St. Jöris wird immer St. Jöris Stadtmeister“, behauptete Josef Neuville, Obmann des SV St. Jöris, vor dem Endspiel der 29. Eschweiler Fußball-Titelkämpfe lächelnd. Er sollte Recht behalten, denn nachdem der kleine Verein 2008 bei der ersten Austragung auf der Sportanlage Neusener Straße eine Sensation landete, schafften sie am Sonntag – nur eine Woche nach dem Gewinn des Blausteinsee-Cups – auf eigenem Platz den als Favoritensieg einzustufenden Erfolg bei dem von der Sparkasse veranstalteten Turnier. 
Wie beim bis jetzt einzigen Feld-Stadtmeistertitel des SV vor elf Jahren stand Fortuna Weisweiler den Gastgebern im Finale gegenüber. Die Fortunen sorgten auch dank ihrer Halbzeitführung durch Roussel Akawako (Foulelfmeter, 26. Minute) für ein lange offenes Duell, was viele dem personell markant veränderten Titelverteidiger kaum zutrauten. St. Jöris erhöhte zur zweiten Hälfte den Druck, erzielte neben zwei Aluminiumtreffern den Ausgleich per Strafstoß (Christian Bittins, 58.) und nutzte einen Weisweiler Ballverlust zehn Minuten vor Schluss zum 2:1 durch Kevin Gulba. In der Nachspielzeit ließ sich Fortunas Thorsten Malik zu einer mit der Roten Karte bestraften Tätlichkeit hinreißen und Stephan Rüttgers machte mit dem 3:1 für das Team der Trainer Wilfried Lisowski und Sanjin Talic alles klar. 
Bürgermeister Rudi Bertram übergab den fabrikneuen Wanderpokal der Stadt (die alte Trophäe ging nach drei Titeln in Folge in den festen Besitz Weisweilers über) an die St. Jöriser Spieler und eröffnete damit deren ausgelassene Feierlichkeiten mit den Fans. „Was für eine Woche im Jahr unseres 100-jährigen Bestehens! Vielen Dank allen Helfern, der Turnierleitung mit Matthias Hanf, Wilfried Pütz, Helmut Brief, Willi Greven, Dominik Scholl und Tim Schmitz sowie unserer Mannschaft! Ich bin einfach nur glücklich“, war Rudi Bittins gerührt. Der SV-Vorsitzende und die Ehrenamtler des Klubs verdienten sich zuhauf Komplimente von Aktiven und Besuchern. Vom ausgiebig gepflegten Rasen über den Imbiss und die Dekoration bis hin zum Sonderparkplatz am Finaltag bewies der Ausrichter organisatorisches Können, Herzlichkeit und Liebe zum Detail.
Sportlich wurde St. Jöris in der stärkeren Turnierhälfte definitiv enorm gefordert. In den ersten beiden Spielen mussten die Schwarz-Weißen gar ins Elfmeterschießen. „Trainiert haben wir das nicht“, verriet Kapitän Christian Bittins. Dennoch saß jeder der zwölf SV-Versuche vom Punkt. Gegen die während der regulären Partie kompakt auftretenden Falken aus Bergrath war der Innenpfosten-Schuss des von seinen Feldspielern vorgeschickten Bergrather Torhüters Fabian Wiemers entscheidend. Das Halbfinale von St. Jöris gegen den FV Eschweiler markierte neben dem Endspiel die qualitativ beste Auseinandersetzung. Nach einem 2:2 (Tore: Thomas Kugel, Alexander Seferings / Alex Weber, Pascal Cremer) flatterten dem FV-Akteur Francesco Celso beim Shootout die Nerven.
Das andere Halbfinale gewann Weisweiler durch einen von Akawako verwandelten Handelfmeter mit 1:0 gegen Rhenania Lohn. Trotz des dünnen Spieleraufgebots und der seit dieser Saison möglichen Roten Karte für den Trainer sorgte Lohn mit einem 4:2 gegen den FV im „kleinen Finale“ dafür, dass sich die Eschweiler A-Ligisten standesgemäß die Pokale für die Plätze eins bis drei abholten. Derweil blieben die drei C-Ligisten Rhenania Eschweiler, SCB Laurenzberg und Germania Dürwiß ohne Chance und Tor. Gegen den SCB gelang Weisweilers Yannic Fischer ein Viererpack. Dabei erzielte er das gesondert prämierte 1366. Tor in der Geschichte der Stadtmeisterschaft. Der zum FV zurückgekehrte Sven Nowak legte mit ebenfalls vier Treffern gegen Dürwiß den Grundstein für die Auszeichnung zum Torschützenkönig (insgesamt sieben Tore). Die Bediener der St. Jöriser Anzeigetafel hatten auch schon bei der von den Laurenzberger Damen im Elfmeterschießen errungenen Frauen-Stadtmeisterschaft viel Arbeit (wir berichteten). 
„Die Enge der Sportanlage trägt zu einem schönen Flair bei“, beobachtete Sascha Schaffrath bei seiner ersten Sommer-Stadtmeisterschaft als Gebietsdirektor der Sparkasse. Knapp 400 Zuschauer sahen allein das Finale, insgesamt etwa 1.700 kamen im Laufe der Woche in den westlichsten Zipfel der Stadt und untermauerten den hohen Stellenwert des Wettbewerbs. „Der Anklang, die Organisation und das Wetter passten, auf dem Feld war es spannend – eine rundum tolle Stadtmeisterschaft“, resümierte Sparkassen-Geschäftsstellenleiter Stephan Theißen.
Tim Schmitz

Ergebnisse der 29. Feldfußball-Stadtmeisterschaft

Vorrunde:

Bergrath – Hehlrath 4:2
Rhen. Eschweiler – FV 0:3
Viertelfinale:
FV – Dürwiß 6:0
Weisweiler – Laurenzberg 4:0
St. Jöris – Bergrath 0:0, 7:6 i.E.
Berger Preuß – Lohn 0:1
Halbfinale:
St. Jöris – FV 2:2, 5:4 i.E.
Lohn – Weisweiler 0:1
Spiel um Platz 3:
Lohn – FV 4:2
Endspiel:
Weisweiler – St. Jöris 1:3

Frauenfinale
Laurenzberg – Bergrath 1:1, 4:3 i.E.