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Unsere Leser kommen zu Wort - Das Rathausquartier

Leserbrief von Wilfried Schmitz

Dieses Thema befindet sich wie kein anderes derzeit permanent in den Medien unserer Stadt. Was ist denn da eigentlich los?

Nach vielen Jahren des Stillstands gibt es einen Investor, der das Grundstück erworben hat und dort eine Menge investieren will. Eigentlich könnte die Geschichte hier schon enden. Stattdessen fängt sie hier erst an.

Der Investor hat natürlich eine Vorstellung davon, wie und was er dort bauen möchte. Den Rahmen dafür steckt - wie bei allen Bauprojekten - der Bebauungsplan. Dieser Bebauungsplan wurde in den 70er Jahren von der Politik beschlossen und auch nicht mehr sonderlich verändert.

Nun kommen aber plötzlich einige politische Parteien daher und finden das was der Bebauungsplan so hergibt plötzlich nicht mehr gut. Sie finden auch nicht gut, was der Investor dort so bauen möchte. Aber auch Architekten, die natürlich alles besser wissen und besser machen würden bei diesem Projekt, unterhalten die Öffentlichkeit mit bunten Bildern von Fantasiequartieren. Bezahlen? Nein, finanzieren können die ihre bunten Pläne nicht. Aber besser wissen und fordern kostet ja erst mal nichts.

Neben Ideen kommen aber auch Forderungen aufs Tableau. Die Stadt möge doch den Investor drängen, auf sein gutes Recht zu verzichten und sich bitteschön vorschreiben lassen wie er sein Geld auszugeben hat. Klingt komisch? Ist aber so.

Wenn das alles nicht geht, versucht man wenigstens das ganze Projekt so schlecht wie möglich zu machen. Der Abriss war zu teuer, die Schuttberge lagen zu lange, der erste Investor war überfordert, der jetzige Investor plant nur schlechtes, der Verkehr wird zur Belastung werden, die Parkplätze zu viel, die Aufenthaltsqualität zu schlecht, zu viele Geschäfte, die falschen Geschäfte, die Gebäude zu eckig, die Bürger nicht informiert, an den Bebauungsplänen wurde herum radiert. Noch etwas vergessen? Bestimmt!

Glaubt man all diesen Leuten, dann verbirgt sich quasi unter jedem Stein der Schuttberge des alten City Centers ein Skandal! Klingt interessant. Ist es aber nicht.

Bevor man am Ende noch den guten alten Schandfleck wieder herbei sehnt, sollte vielleicht mal etwas mehr Realismus in diese Debatte einziehen. Es bleibt nur zu hoffen, dass all diese Selbstdarsteller bald vielleicht ein neues Thema entdecken an dem sie sich abarbeiten können.

Das Rathausquartier ist eine große Chance für unsere Stadt und alle echten Akteure in diesem Prozess sind dabei, etwas Vernünftiges daraus zu machen. Das mag langweilig klingen, ist aber gut so!

Wilfried Schmitz