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Unsere Leser kommen zu Wort - Rathausquartier

Betr.: Leserbrief in der 48. KW der Eschweiler Filmpost
Offener Brief an Manfred Waltermann

Sehr geehrter Herr Waltermann,

wie der letzten Ausgabe der Filmpost zu entnehmen ist, sind Sie, als Ratsmitglied der UWG, erfreulicher Weise auch ein Filmpostleser- und schreiber.
In die Diskussion um das sogenannte "Rathausquartier" bringe ich mich nunmehr seit über zwei Jahren uneigennützig als (sachverständiger) Bürger dieser Stadt ein. Erstaunlich, dass Sie mir aber dieses Engagement absprechen wollen und es mit "unberufen, hemmungslos und besserwisserisch" bezeichnen. Zudem halten Sie mir vor, ich wolle gar damit einen "Familienkonzern" bekämpfen.

Welchen Familienkonzern meinen Sie damit? Den Investor oder die Stadtverwaltung?

Beide Vermutungen sind abwegig!

Es ist eine hoheitliche Aufgabe der Kommune, privates Areal zu überplanen. Soetwas nennt man Bauleitplanung. Dies Vorgehen kann ggf. auch hemmungslos wirken. Letzten Donnerstag haben Sie im Rat selber noch die Hand für so etwas gehoben. (Veränderungssperre altes Obigelände)

Kein Mensch hat bisher die von mir vorgelegte Alternativplanung so gedeutet, dass die Stadt Eschweiler diese als Investor selber bauen möge, wie Sie es jedoch versuchen darzustellen. Auch handelt es sich bei meinem Planvorschlag nicht um ein "Wunschkonzert mit städtebaulichen Extras", wie Sie schreiben. Er ist schlicht ein Probeentwurf, der am Anfang einer jeden Bauleitplanung stehen sollte. Denn diese schulden Sie hier als Ratsmitglied den Eschweiler Bürgern, nicht dem Investor. Und zwar in einer Form, die eine "städtebaulich problematische Entwicklung" der Innenstadt verhindern soll. Letztes Zitat stammt übrigens aus der Ratsvorlage, der Sie, wie bereits oben erwähnt, letzten Donnerstag zugestimmt haben. Und was für ein Gewerbegebiet gilt, sollte doch erstrecht für ein Areal in einer Innenstadt gelten, oder?

Schon am 01.02.2017 habe ich Ihnen und den anderen Fraktionen im Rat eine Alternativplanung zukommen lassen, um zu zeigen, dass die seinerzeit vorgelegte erste Planung des ehemaligen Investors nicht alternativlos sei.
So schrieb ich: "An diesem äußerst wichtigen Ort in Eschweiler muss das beste Konzept verwirklicht werden. Wie will man aber das beste Konzept auswählen, wenn keine Alternativen vorgelegt werden? ..."Nur eine bloße (wie-auch-immer) bauliche Veränderung des Areals, und die verständlicherweise aufkommende Euphorie beim versprochenen Nahen eines Abbruchs, sind noch lange kein Garant für eine dauerhaft gute Entwicklung für Eschweiler an dieser Stelle."

Heute, fast zwei Jahre danach, fordere ich Sie zusätzlich auf, endlich den Bebauungsplan ums Rathausareal zu ändern, um dort dauerhaft eine unproblematische städtebaulich Entwicklung garantieren zu können! Es tut mir leid, dass Sie jetzt, stellvertretend für alle anderen Ratsmitglieder, diesen "Weckruf" (Entschuldigen Sie bitte die Störung) entgegen nehmen müssen. Aber vielleicht lesen Ihre Ratskollegen ja auch und viel lieber die Filmpost, wenn es um eine objektive Berichterstattung geht.

Zur Not müssen wir in Eschweiler das Trümmerfeld hinterm Rathaus eben noch eine Zeit lang ertragen, denn ein Nichts ist hier vorerst doch besser als ein Irgendwas. Soll der Investor doch irgendwo anders sein Geld nicht verbrennen und wohltätig werden.

Mit freundlichen Grüßen, Thomas Widynski