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Unsere Leser kommen zu Wort

Betr.: Titel der Eschweiler Filmpost vom 20. Februar 2019: Transparenz, bitte

Die Schutthaufen vor dem Rathaus sollen jetzt endlich weg. Damit erhebt nun auch der Bürgermeister lautstark diese für jedermann einfach nachzuvollziehende Forderung. Doch wer sich hier jetzt als der Retter der Innenstadt geben möchte, sollte einmal darüber nachdenken, warum es so weit hat kommen müssen, dass man im Überdruss jetzt ein „Hauptsache weg, egal wie!“ als einziges Mittel sieht, den Misstand „Dreckhaufen“ zu beseitigen.

Genauer betrachtet ist die Schuttwüste vor der Rathaustür doch nur die Folge vieler rat/hausgemachter Fehler. Schon vor mehr als zwei Jahren habe ich öffentlich vor dem gewarnt, was sich in den letzten Monaten immer deutlicher offenbart hat: Investorenverschleiß, Rechtsunsicherheit und Unfrieden in der Bevölkerung. Hätte man schon damals die Dringlichkeit der von mir empfohlenen Änderung des über 42 Jahre alten Bebauungsplanes in Sinne einer modernen Städteplanung erkannt, wäre man jetzt besser aufgestellt. In der Zeit, die seit dem vergangen ist, wäre ein neuer, zukunftsorientierter Bebauungsplan längst rechtskräftig.

Wie wurde ich für mein Engagement und meine Hinweise in der Sache gescholten. In der Tageszeitung zensiert, von Politikern attackiert und vom Beigeordneten ignoriert, gar als Projektgefährder tituliert. Doch letztendlich sind diejenigen die wahren Totengräber des Investorenprojektes, die gerade noch dabei sind durchzupeitschen, was man besser möglichst rasch und gesenkten Hauptes zu Grabe tragen sollte.

Was nun?

Im Sinne einer enkelgerechten Innenstadtentwicklung hilft es nicht, zu lamentieren. Vielmehr muss man einander die Hand reichen und gemeinsam nach vorne schauen. Ersetze Hinterzimmer durch Bürgerforum. Wann endlich findet (nach dem Trauerkaffee) die erste Bürgerversammlung statt, bei der alle Rede und Antwort stehen? Nach den närrischen Tagen hoffentlich, und dann ganz im Sinne der Forderung der Filmpost: „Transparenz, bitte“, viel mehr Transparenz. Thomas Widynski