zurück zur Übersicht

Zum Schutz der Innenstadt?

Eschweiler. Das Tauziehen um das Gelände und die Gebäude des alten OBI-Marktes an der Dürener Straße nimmt kein gutes Ende. In der Stadtratssitzung vergangene Woche verhängte der Rat mehrheitlich eine sogenannte baurechtliche Veränderungssperre. Das erlaubt dem Investor, der tedox KG aus der Nähe von Göttingen, nun nicht mehr, einen Discounter für Renovierungsbedarf dort zu errichten. Technischer Beigeordneter Hermann Gödde sprach in der Ratssitzung davon, dass das Unternehmen unter dem Deckmantel eines Baumarktes ein in Wirklichkeit viel größeres Sortiment anbieten wolle. Das mache dem bestehenden Einzelhandel der Eschweiler Innenstadt unnötig Konkurrenz. Was der Investor plane, sei „innenstadtrelevantes Verkaufen“ und müsse verhindert werden. Aus den Reihen der Oppositionsparteien war zwar vernehmbar, dass der „Überlappungsgrad“ des Angebotes vielleicht doch nicht so hoch sei, wie befürchtet. Aber die Diskussion ist mit der Ratsentscheidung erstmal beendet und der Investor kann sein Pläne nicht umsetzen. Axel Sonnemann, tedox Leiter Recht und Immobilien, mochte sich zwar am Montag nicht detailliert zur Sache äußern, sprach der Filmpost gegenüber aber sein Bedauern bezüglich der Entscheidung der Stadt aus: „Wir würden unser Projekt wirklich gerne realisieren. Vielleicht ergeben sich zukünftig doch einmal Möglichkeiten dazu.“

Unterm Strich bietet diese Sache ein interessantes Beispiel dafür, wie unterschiedlich „Wettbewerb“ interpretiert werden kann. Das bestätigten auch einige Ratsmitglieder hinter den Kulissen. Vielleicht kommt dieses Thema nochmal auf uns zu, wenn es um die zukünftigen Mieter des Rathaus-Quartieres geht. Dann wird sich erneut zeigen, wer wem wie Konkurrenz machen darf oder kann. Paul Santosi